Ein Bürgerwindrad als Startschuss

15. Mai 2011  Presse

Stadt will mehr auf erneuerbare Energie setzen – im Juni im Rat

Gmünd will künftig mehr auf erneuerbare Energien setzen. Dies ist das Ergebnis eines Gesprächs zwischen Oberbürgermeister Richard Arnold, Stadtwerkechef Rainer Steffens und Mitgliedern des Gmünder Bündnisses für den Atomausstieg am Freitag im Rathaus. Dazu sollen nun Fahrplan und Konzept erstellt werden.

MICHAEL LÄNGE

Schwäbisch Gmünd. Das Bündnis für den Atomausstieg ist aus der Fukushima-Mahnwache der vergangenen Montage hervorgegangen. Zum Bündnis gehören neben anderen Grünen-Stadtrat Karl Miller, Linke-Stadtrat Sebastian Fritz, Andreas Mooslehner vom BUND Ostwürttemberg und Radkurier Volker Nick. Der Oberbürgermeister sei offen gewesen für ihr Anliegen, bewertete Miller das Gespräch. Nun gehe es um einen Fahrplan, wann und wie Gmünd zu 100 Prozent erneuerbarer Energie komme. Das Bündnis will mit einem „Leuchtturmprojekt“ starten: ein Bürgerwindrad. Solche Windräder gebe es in anderen Städten schon, sagte Miller. Das Bürgerwindrad ist ein normales Windrad, an dem sich Bürger finanziell beteiligen können. Das Bündnis für den Atomausstieg organisiert im Juli eine Fahrt nach Bopfingen, um ein solches Bürgerwindrad zu besichtigen. Interessierte Bürger sind eingeladen, mitzufahren. Insgesamt gehe es darum, regionale Ansätze zu suchen. Begrüßen würde Miller, wenn die Stadtwerke mit ihrem öffentlichen Auftrag bei diesem Projekt dabei wären. Wenn nicht, werde das Bündnis einen anderen Partner suchen.

„Wir wollen mehr Wert auf erneuerbare Energien legen“, sagte auch OB Richard Arnold im GT-Gespräch. Die Stadtwerke hätten bereits viel gemacht, allerdings sei dies bislang nicht so sehr sichtbar geworden. „Mehr erneuerbare Energien in den Stadtwerken“, formulierte Arnold das Ziel. Dazu gehören für den OB beispielsweise Windenergie, Photovoltaik oder Biomasse, aber auch Neues wie die Speicherung ungenutzter Wärme aus Industrieanlagen. Hierfür müssten auch Gmünder Unternehmen und Handwerker gewonnen werden. Teil des Konzepts sei auch die Elektromobilität. Am 8. Juni soll der Gemeinderat über den Stand des Vorhabens bis dahin informiert werden. Über den Dialog will Arnold auch die Bürger gewinnen. Denn der Oberbürgermeister weiß, dass die Akzeptanz beispielsweise von Flächen für Windräder auch ein Problem sein kann. Nach Fukushima jedoch sieht der OB in der Bevölkerung für das Energiethema eine größere Bereitschaft.

© Gmünder Tagespost 13.05.2011