Ein Asphalt-​Kreuz

Sebastian Fritz„Es klappert inzwischen auf der ganzen Länge“, machte Celestino Piazza klar, dass am Kalten Markt Handlungsbedarf besteht. Deshalb beschloss der Bau– und Umweltausschuss des Gmünder Gemeinderats gestern die Sanierung des kaputten Pflasterbelags.
SCHWÄBISCH GMÜND (ml). Eine Delegation habe das Problem in Augenschein genommen und einen gangbaren Weg gefunden, erklärte Oberbürgermeister Richard Arnold. Baubürgermeister Julius Mihm führte aus, dass weite Bereiche des Pflasters zerstört seien. Sie würden spätestens im Winter zum Sicherheitsrisiko.
Ein Austausch nur der Schadstellen komme nicht in Frage; alle wollten einen homogenen Belag. Beton könne es nicht sein, weil man sonst alle Leitungen verlegen müsste. So habe man sich darauf geeinigt, an den optisch abgetrennten Rändern das Pflaster zu belassen, die Fahrbahn aber durch Asphalt auszutauschen. Später, nach der Gartenschau, sei eine fußgängerfreundliche Oberflächenbehandlung vorgesehen – entweder durch Schleifen, wie in der Grabenallee, oder durch einen Possehlbelag wie vor dem Waisenhaus in der Ledergasse.
Celestino Piazza (CDU) sprach von einer pragmatischen Lösung. Die spätere Oberfläche solle man danach wählen, welcher sich während der Gartenschau als haltbarer erweise.
„Wir hätten das schon früher so gemacht, dann wäre es jetzt fertig. Aber einige ungläubige Thomase mussten ja noch die Hand in die Wunde legen“, erklärte Konrad Sorg (SPD).
„Der Handlungsbedarf ist unstrittig“, meinte Elmar Hägele (Grüne). Als gute Idee bezeichnete er den Test, wie die möglichen Beläge sich unter Belastung entwickelten.
Klar machen, dass querende
Fußgänger gleichberechtigt sind
„Wir dachten eigentlich an eine Ausführung nach der Gartenschau“, befürchtete Ullrich Dombrowski (FW/​FDP) Behinderungen durch die Sanierung und wollte wissen, wie die Busführung während der Bauphase sein werde. Auf jeden Fall gelte es zu berücksichtigen, dass ein Possehlbelag 40 000 Euro teurer sei, als das Schleifen.
OB Arnold antwortete, dass man die Bauzeit in Absprache mit den Einzelhändlern dort festlegen werde. Die Busse führen in dieser Zeit über Baldungkreuzung und Glockekreisel.
Sebastian Fritz (Linke) wunderte sich darüber, dass die Asphaltfläche zwischen Postgasse und CityCenter kreuzförmig aufgeweitet wird und wollte wissen, warum man dort nicht ebenfalls das Pflaster an den Seiten liegen lasse. Baubürgermeister Mihm machte deutlich, dass damit den querenden Fußgängern klar gemacht werden solle, dass sie dem rollenden Verkehr auf dieser Fläche absolut gleichberechtigt sind. Ein Wechsel des Belags löse erfahrungsgemäß den Eindruck der Unterordnung aus.

Rems Zeitung, 08.05.2014