Doppelte Freude bei den Linken

23. September 2013  Presse, Redaktion

Bild 1Freude darüber, künftig die drittstärkste politische Kraft in Deutschland zu sein und ein klein wenig auch Schadenfreude über das schlechte Abschneiden der Liberalen – es waren richtige Glücksgefühle, die gestern bei der Wahlfeier der örtlichen Linkspartei im Café Waibel in Wustenriet zu spüren waren.

SCHWÄBISCH GMÜND (nb). Mit Spannung wurden die ersten Hochrechnungen verfolgt und auch wenn der Wunsch nach einem bundesweit zweistelligen Ergebnis letztlich nicht in Erfüllung ging, zeigte man sich zufrieden.

Cynthia Schneider und Jennifer Maria Jones, seit einem halben Jahr Sprecherinnen des Ortsverbandes der Linken, blickten auch zufrieden auf die vielen in den vergangenen Wochen geführten Gespräche mit den Bürgern zurück. Ihre Partei, so zeigen sie sich überzeugt, werde nun endlich als das wahrgenommen, was sie sei. „Mehr Stimmen als beim letzten Mal und die FDP ist raus“, lautet das zufriedene Resümee von Schneider und Jones, die mit Spannung dem künftigen Kurs der Kanzlerin beim Thema Auslandseinsätze entgegenblicken.

Der Gmünder Linke-​Stadtrat Sebastian Fritz nannte es ein tolles Zeichen, dass seine Partei künftig drittstärkste Kraft in Deutschland sein wird. Das starke Abschneiden der CDU überraschte ihn nicht; „das habe ich so erwartet“. Die FDP, so Fritz, sei bei der letzten Wahl ziemlich überbewertet gewesen.

Manfred Steidle, der vor vier Jahren als Bundestagskandidat für den hiesigen Wahlkreis angetreten war, hatte mit über zehn Prozent gerechnet. Aber: „Wenn man den Verlust der FDP sieht, dann tut es nicht so weh.“ Steidle kritisierte zudem die „ultraablehnende“ Haltung der Sozialdemokraten im Wahlkampf gegen die Linkspartei. Mit bundesweit mehr Stimmen gerechnet hatte auch der Bundestagskandidat 2013, Jörg Drechsel, der im hiesigen Wahlkreis 3,9 Prozent aller Stimmen bekam. Drechsel freut sich auf die künftige „demokratische Oppositionspolitik“ seiner Partei und sagte: „Wir wissen, wo wir stehen.“

Rems Zeitung, 23.09.2013