Die Zeit für Widersprüche kommt erst noch

Gmünd-Rehnenhof/Wetzgau. Die Gelegenheit für Widersprüche wird kommen. Das machte Ortsvorsteher Johannes Weiß deutlich, als es am Freitagabend im Ortschaftsrat Rehnenhof/Wetzgau um die Pläne des Schönblicks ging, ein Pflegeheim zu bauen. Es galt, die Bürgerinformationsveranstaltung Ende September dazu nachzubesprechen. Bei dieser tauchte die Frage nach dem Zeitplan auf, sagte Weiß und erläuterte: Zunächst werde geprüft, ob das Gelände des Schönblicks an der Willy-Schenk-Straße vom Wald zum Parkgelände umgewidmet werden könne. Die Zuständigen des Forsts und unter anderem des Naturschutzes werden zu dieser Frage gehört. Das Verfahren laufe bis Mai 2018. Dann werde der Plan mit den Stellungnahmen der Fachämter öffentlich ausgelegt. Bürger, aber auch Organisationen etwa des Umweltschutzes können daraufhin vier Wochen lang Widerspruch einlegen. Ab Juni 2018 steht die Prüfung der Einwände an. Stelle eine Behörde fest, dass etwas zwingend gegen das Vorhaben spricht, „ist die Planung hier zu Ende“, sagte Weiß. Etwa, wenn dort eine zu schützende Tierart gefunden werde. „Was können wir denn da aussetzen?“, fragte eine Zuhörerin lachend im Publikum.
Falls das Verfahren weiterlaufen kann, stehen der Ortschafts- und der Gemeinderat vor der Entscheidung, ob sie den Entwurf eines Bebauungsplans beauftragen wollen. Auch dieser werde einen Monat ausgelegt – die nächste Gelegenheit für Widersprüche. Nach der Prüfung derselben sei es April 2019, bis ein Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan stehen kann. Danach folgt das Verfahren für die Baugenehmigung, erklärte Ortschaftsrat Stefan Preiß. Vor Mitte 2019 könne der Bau demnach nicht beginnen, sagte Weiß.

Sowohl Ortschaftsrat Otto Steeb als auch Stadtrat Sebastian Fritz bedauerten, dass der geplante Baukörper des Pflegeheims für die Begehung mit den Bürgern nicht abgesteckt war. Dafür sei es zu früh, meinte Preiß, dies gehöre erst zum Bebauungsplanverfahren. Dennoch wünscht sich Fritz für künftige Begehungen, dass Bürger Größe und Standort des Baukörpers durch Pfähle oder dergleichen vor Augen geführt bekommen.

Ortschaftsrat und Baustatiker Eduard Bertsch erläuterte, dass das Gebiet nur mit großem Aufwand bebaut werden könne. Wegen des Knollenmergels dort müssten zehn bis 13 Meter tiefe Bohrpfähle gesetzt werden. Doch der Schönblick wolle das Gelände aufwerten. Jetzt als Waldfläche sei es 1,70 bis 7 Euro pro Quadratmeter wert, als Bauland 80 bis 155 Euro pro Quadratmeter. Das sei legitim, meinte Bertsch. Doch es sei auch legitim, dass der Ortschaftsrat die Interessen des Stadtteils vertrete.

Parkplatzkonzept in Arbeit
Bertsch sieht vor allem ein Problem wegen fehlender Parkplätze. Mit dem Bau des Pflegeheims verschärfe sich die Parkplatznot dort noch mehr. Dem stimmten einige der insgesamt rund 20 Bürger zu. Vor allem bei Veranstaltungen im Schönblick. Dr. Rita Frey zählte als Anwohnerin auf, der Schönblick habe 400 bis 600 Besucher jeden Sonntag, 180 Mitarbeiter, hinzu kommen Übernachtungsgäste. Diese parkten die ganze Straße zu. Der Schönblick arbeite beim Thema Parkplätze an einer „guten Lösung“, die er sich einiges kosten lassen wolle, sagte der Ortsvorsteher. Es sei geplant, den Weg Richtung Himmelsstürmer zu beleuchten, damit die öffentlichen Parkplätze dort auch bei Abendveranstaltungen im Schönblick nutzbar sind. Zudem wolle der Schönblick vermehrt Ordner einsetzen, versprach Ortschaftsrat Gerhard Schwemmle, der beim Schönblick Verwaltungsleiter ist. Bis das neue Parkkonzept stehe, werde es ein paar Monate dauern, bat Weiß um Geduld.
© Gmünder Tagespost 13.10.2017 22:44