Die Stadt ganz neu erfahren

26. September 2016  Gemeinderat, Presse, Redaktion, Sebastian Fritz
Pioniere unter sich: Zum ersten Mal beteiligte sich die Stadt Gmünd an der Aktion „Stadtradeln“ – die erfolgreichsten Teilnehmer wurden geehrt.  (Foto: Tom)

Pioniere unter sich: Zum ersten Mal beteiligte sich die Stadt Gmünd an der Aktion „Stadtradeln“ – die erfolgreichsten Teilnehmer wurden geehrt. (Foto: Tom)

Die Ergebnisse der Aktion „Stadtradeln“ können sich durchaus sehen lassen. 98 Radler haben in 21 Tagen 18 725 Kilometer erfahren – und somit 2659 Kilogramm CO2 eingespart. Kritik gab es trotzdem.

Pioniere unter sich: Zum ersten Mal beteiligte sich die Stadt Gmünd an der Aktion „Stadtradeln“ – die erfolgreichsten Teilnehmer wurden geehrt. (Foto: Tom)
Schwäbisch Gmünd. Eigentlich könnte sich Volker Nick freuen. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern hatte sich der Gmünder Radler bei der Aktion „Stadtradeln“ registriert – und mit seinem Team prompt den zweiten Platz erzielt. 2530 Kilometer sind sie in den 21 Tagen gefahren. Nur die Gruppe des ADFC hatte mehr – nämlich 3457 Kilometer. Volker Nick nimmt den Preis entgegen und nutzt die Gunst der Stunde für eine Generalkritik. „Ich könnte locker das Zehnfache fahren. Aber es müssten sich die Rahmenbedingungen ändern“, macht er deutlich. „Erst wenn die Stadt dafür sorgt, dass die Autofahrer nicht mehr privilegiert sind“, sei man auf dem richtigen Weg, so Nick, der mit seinem Fahrrad Kurierfahrten erledigt.
Gewertet wurde in drei Kategorien. Einzelradler, Gruppenergebnisse und radaktivstes Team. Helmut Ott, Leiter des Hauptamtes, konnte in der Einzelwertung den ersten Preis mit 1055 geradelten Kilometern sichern. „Ich habe ein wunderbar neues Rennrad – das macht einfach Spaß“, begründet er seinen Erfolg. Ott versichert, so häufig wie möglich das Auto stehen zu lassen und auf das Rad umzusteigen. Und so radelt er auch schon mal mit einem Blumenstrauß in der Hand zu offiziellen Terminen. Stadtrat Sebastian Fritz, drittplatziert in der Einzelwertung, kritisiert. „Bei den touristischen Radwegen ist einiges passiert“, lobt er. „Aber für die Alltagsradler …“, seufzt er und macht eine Pause. „…da ist noch Luft nach oben!“ Und prompt listet er seine Wünsche auf. Mehr Radschutzstreifen, bessere Abstellmöglichkeiten für die Zweiräder in der Innenstadt. „Für die Aktion „Stadtradeln“ muss man Idealismus mitbringen“, sagt er. Den hat er – und ist deswegen auch im nächsten Jahr mit dabei.
Das Projekt

Stadtradeln ist eine deutschlandweite Aktion des Klima-Bündnisses. Bürger sollen motiviert werden, öfter das Rad zu nehmen. Auch sollten Kommunalpolitiker „erfahren“, was es heißt, die eigenen Kommune mit dem Rad zu durchfahren.
Ergebnisse: Einzelradler – Helmut Ott, 1055 Kilometer – 149,8 Kilo CO2, Helmut Müller, 737 Kilometer – 104,65 Kilo CO2, Sebastian Fritz, 639 Kilometer – 90,75 CO2.
Gruppenergebnis: ADFC Schwäbisch Gmünd, 3457 Kilometer – 490,9 Kilo CO2, Gmünder Radler, 2530 Kilometer – 359,3 Kilo CO2, Romanus Kreilinger, 482 Kilometer 68,4 Kilo CO2.
Radaktivste Gruppe: Gründe GD.
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© Gmünder Tagespost 26.09.2016 19:47