Die Stadt, das Klima und wir

Ein große Gruppe Interessierter versammelte sich bei strahlendem Sonnenschein im Taubental zu Gmünds erstem Klimastadtspaziergang. Zunächst erläuterten Andrea Pitschmann und Andreas Mooslehner die Bedeutung dieses stadtnahen Kleinods aus Sicht des Naturschutzes. Sie kritisierten den ungezügelten Bauboom, erinnerten an eine Streuobstwiese, extra für die LGS angelegt, die jetzt dem Beton weichen musste. Die Bedeutung von Taubental und Nepperberg für den Klimaschutz sei der Stadtverwaltung offenbar immer noch nicht ausreichend bekannt. 
Am Bahnhof angekommen stellte Sebastian Fritz das Konzept der Linken für eine Gmünder Innenstadt mit weniger Autoverkehr vor. Dazu sollen Mobilitätszentren am Schießtal und am Gügling entsteht, ähnlich dem am Bahnhof, wo Autofahrer*innen aus den Stadtteilen oder von außerhalb kommend ihre PKWs abstellen und auf Busse oder Leihräder bequem umsteigen können.
Die nächste Station war der unverpackt-Laden am Kalten Markt. Stephanie Adler, die Inhaberin beantwortete viele Fragen rund um das unverpackte Einkaufen. Das Sortiment umfasse mittlerweile 600 Artikel und „man kann da wirklich fast alles kriegen, was man im Alltag braucht“, bestätigte eine Zuhörerin. „Wir müssen das Thema Einwegverpackungen unbedingt in den Griff bekommen, ein Verbot allein von Strohhalmen, Einweggeschirr und Wattestäbchen reicht da bei weitem nicht aus“, so Andrea Pitschmann. Der unverpackt-Laden mit seinem überwiegend regionalen Angebot sei damit eine praxisnahe Lösung für einen nachhaltigen und klimafreundlichen Einkauf.
Zum Abschluss des Spaziergangs stand der Besuch des Second-Hand-Ladens in der Kornhausstraße an. Er wird vom DRK betrieben und dient neben der nachhaltigen Weiterverwendung schöner Kleidungsstücke auch als praxisnahes Beschäftigungsprojekt. Am Ende waren sich die Spaziergänger*innen einig, dass ein solcher Stadt-Klima-Spaziergang eine gute Möglichkeit sei, seine Stadt aus einer anderen Perspektive kennenzulernen und das Konzept weiter ausgebaut werden sollte.