Die Stadt aus der Sicht von Alleinerziehenden

Kürzlich veranstaltete der Ortsverband der Linken Schwäbisch Gmünd im Treffpunkt Alleinerziehende & Beruf  der Gmünder a.l.s.o.  einen Themenvormittag. Dabei ging es darum  wie ein gutes Leben aus der Sicht von Alleinerziehenden aussehen muss und welche Verbesserungen in Schwäbisch Gmünd noch notwendig sind.

Nach einer Begrüßung der Anwesenden durch die beiden Stadträte der Linken Cynthia Schneider und Sebastian Fritz stellte Martien de Broekert die Angebote für Alleinerziehende in der a.l.s.o. vor. Die a.l.s.o. verstehe sich als Anlaufstelle für Alleinerziehende in der Stadt und versucht ihnen bei der Bewältigung von Problemen, die sich im Alltag ergeben, zu helfen und zu unterstützen. „Die a.l.s.o. ist  hierbei nicht nur eine reine Anlaufstelle für die täglichen Sorgen und Nöte wie zum Beispiel Hilfe bei der Suche nach einer Wohnung oder bei den Gängen zu den verschiedenen Ämtern, sondern versucht den  Alleinerziehenden auch bei der Vermittlung in eine Teilzeitausbildung, Vollzeitausbildung oder Arbeit behilflich zu sein“, so Martien de Broekert. Gerade bei der Aufnahme einer Ausbildungs- oder Arbeitsstelle gibt es viele Herausforderungen. Viele Alleinerziehende meistern ihr alltägliches Leben insgesamt gut. Das verdient hohe Anerkennung und Wertschätzung. Bei ihnen liegt ein großes Potenzial. Sie sind motiviert, sie wollen auf eigenen Beinen stehen und für ihre Kinder sorgen. Allerdings sind die Rahmenbedingungen, unter denen Alleinerziehende ihren Alltag bewältigen müssen, alles andere als gut. Dies wurde dann auch bei der anschließenden Gesprächsrunde mit den Alleinerziehenden deutlich. So berichteten einige der Anwesenden davon, dass sie nicht nur damit beschäftigt sind, sich um die Kinder und deren Zukunft zu kümmern, sondern dass sie viel Zeit auch für die Amtsgänge aufbringen müssen. Dabei kämen sie auch immer wieder in den Konflikt, sich stigmatisiert und ausgegrenzt zu fühlen, was natürlich auch den Kindern nicht ganz verborgen bleibt. „Wir halten es vor dem Hintergrund, dass in Baden Württemberg jedes fünfte Kind nur von einem Elternteil betreut wird und davon dreißig Prozent in Hartz vier leben müssen für dringend geboten diesen Personenkreis mehr in den Mittelpunkt unserer Überlegungen zu stellen“, so Cynthia Schneider (Stadträtin DIE LINKE). Mehrere Mütter berichteten auch von ihren Problemen sich im Alltag ohne eigenes Kraftfahrzeug zu bewegen. Insbesondere dann, wenn beispielsweise auch noch eine unvorhergesehene Krankheit am Wochenende auftritt und dann neben dem Besuch mit dem erkrankten Kind der Stauferklinik auch noch der Weg zur geöffneten Apotheke in einen ganz anderen Stadtteil und dem Bus zurückzulegen ist. Im weiteren Verlauf kamen neben dem Thema Mobilität, was natürlich auch für die Freizeitgestaltung der Kinder eine zentrale Rolle spielt noch weitere Themen zur Sprache, die gesammelt wurden und nun an die Gremien weitergegeben werden sollen. „Wir wissen dass die Stadt Schwäbisch Gmünd bereits sehr viel für Familien unternimmt und haben etwas die Sorge, dass dabei die Alleinerziehenden nicht so sehr im Fokus stehen. Gleichzeitig sehen wir aber bei diesem Thema auch den Landkreis in der Verantwortung sich hier noch deutlicher als in der Vergangenheit einbringen kann, da es dafür sehr viele Schnittmengen gibt“, so der Stadtrat Sebastian Fritz. Dafür wollen sich beide einsetzen.