Die Nord-Süd-Achse stärken

Sebastian-FritzDer Einhorntunnel ist offen und entlastet Gmünds Innenstadt auf der Ost-West-Achse. Anders die Nord-Süd-Achse. Hier fließt der Verkehr noch nicht. Mittendrin die Robert-von-Ostertag-Straße zwischen Ledergasse und Parlermarkt. Sie ist seit Wochen gesperrt – zum Unmut der Händler insbesondere in der Ledergasse.

 

MICHAEL LÄNGE

 

Die Robert-von-Ostertag-Straße soll nach der Gartenschau wieder geöffnet werden – als Teil einer Nord-Süd-Achse.

 

Schwäbisch Gmünd. Daran jedoch wird sich so schnell nichts ändern: „Vor der Landesgartenschau wird die Robert-von-Ostertag-Straße nicht mehr geöffnet, weil bis dahin noch einiges gebaut wird“, sagt der Sprecher der Gartenschau GmbH, Markus Brenner. Er nennt dabei an vorderster Stelle die Pflasterung des Platzes zwischen Fünfknopfturm und Fünfknopfturmbrücke. Außerdem stünden entlang der Straße noch mehrere Pflanzungen an.

Brenner verweist aber darauf, dass Gmünds Gemeinderat über eine Öffnung der Robert-von-Ostertag-Straße nach der Gartenschau diskutieren und entscheiden wird. Aus diesem Grund sei bei der Straße eine Breite von 6,50 Metern beibehalten worden, um für diese drei Möglichkeiten gewappnet zu sein:

 

die Straße geschlossen halten

 

die Straße zur Einbahnstraße machen

 

und die Straße in beide Fahrtrichtungen öffnen.

Für den Handel ist dies jedoch gar keine Frage: „Die Robert-von-Ostertag-Straße muss aufgemacht werden, weil wir eine direkte Verbindung zwischen Ledergasse und Parlermarkt brauchen“, sagt HGV-Vorstand Dr. Christof Morawitz. Dazu brauche es mindestens eine Einbahnstraßenregelung. Morawitzschließt dabei den Lastwagen- und Lieferverkehr aus, geöffnet werden müsse aber mindestens für den Individualverkehr und Busse.

In den Fraktionen des Gmünder Gemeinderates gibt es dazu klare, aber unterschiedliche Haltungen: „Die Robert-von-Ostertag-Straße muss auf jeden Fall auf sein und auf bleiben“, sagt CDU-Sprecher Alfred Baumhauer. Die SPD-Fraktionsvorsitzende Sigrid Heusel will die Robert-von-Ostertag-Straße nicht isoliert sehen. „Wir müssen ein Gesamtpaket schnüren“, sagt sie und bezieht dabei die Vorschläge bei den Vorhaben für den Bereich „Ums Stöckle“ zwischen Kornhaus, Sebaldplatz und Zeiselbergstraße mit ein. Hier habe die SPD-Fraktion Bedenken.

„Wir sind gegen eine Öffnung der Robert-von-Ostertagstraße“ sagt die Sprecherin von B 90 / Die Grünen, Brigitte Abele. Dieser Bereich müsse verkehrsberuhigt bleiben, sagt Abele, die aber auch darauf verweist, dass die Fraktion das Thema nochmal bespricht.

Eine „ganz wichtige Verbindung“ ist die Robert-von-Ostertag-Straße für den Sprecher der Fraktion Freie Wähler / FDP, Ullrich Dombrowski, weil eine funktionierende Verbindung von Norden nach Süden erhalten bleiben müsse. „Wir müssen die Achsen offen halten“, sagt Dombrowski.

„Wir brauchen eine Öffnung in Richtung Norden, weil wir den Einzelhandel dort nicht abhängen dürfen“, sagt Karin Rauscher (Freie Wähler Frauen). Sie schließt dabei nicht aus, dass die Robert-von-Ostertag-Straße in beide Richtungen befahrbar ist.

Die Gartenschau abwarten und dann mit den Bürgern diskutieren will Linke-Stadtrat Sebastian Fritz. Modelle aber sind schon in der Diskussion. Gartenschau-Geschäftsführer Manfred Maile verwies am Mittwoch bei einer Führung für Leser der Gmünder Tagespost auf die Variante, die Bahnhofstraße in Richtung Norden zu öffnen, die Fahrzeuge über die Josenbrücke zu lenken und von dort entweder in die Ledergasse oder in die Robert-von-Ostertag-Straße als Einbahnstraße in Richtung Süden.

© Gmünder Tagespost 17.01.2014