Die Mieten in Gmünd steigen steil an

20. Mai 2017  Gemeinderat, Presse, Redaktion

Die Nachfrage nach Wohnraum in Gmünd ist immens, sagt der Geschäftsführer der Vereinigten Gmünder Wohnungsbaugesellschaft (VGW), Celestino Piazza. Deshalb hat der Aufsichtsrat des städtischen Unternehmens nun ein Millionenprojekt genehmigt: eine Wohnraumoffensive, in der zunächst bis 2027 durchschnittlich mindestens 50 neue Wohnungen pro Jahr gebaut werden sollen.

Die nächsten Gamundia-Häuser

Starke Nachfrage nach Wohnraum verzeichnet auch Großdeinbachs Ortsvorsteher Gerhard Maier. Deshalb ließ sich der Ortschaftsrat des Teilorts am Donnerstag das Modellprojekt der Gamundia-Häuser vorstellen. Vor Ort an der Nepperbergstraße, wo das erste Doppelhaus dieser Kategorie steht, erläuterte Piazza, wie diese Häuser mit vier Wohnungen, die zu einem Quadratmeter-Mietpreis von 5,90 Euro plus 35 Euro monatliche Nebenkosten angeboten werden konnten, geplant und gebaut wurden. Ein weiteres solches Doppelhaus möchte die VGW nur wenige Meter weiter westlich am Nepperberg bauen, am Kaffeebergweg werde demnächst der Bau von Gamundia-Reihenhäusern beginnen. Er habe noch weitere Bauplätze für Gamundia-Häuser in Aussicht, sagte Celestino Piazza – in der Oststadt, aber auch in einem Stadtteil. Die Wohnungen in den Gamundia-Häusern seien „zu 90 Prozent behindertengerecht“.

Die Vermietung an Asylbewerber, die zunächst im Vordergrund stand, ist nun nicht mehr so relevant. Piazza denkt zum Beispiel an Studenten, die günstigen Wohnraum suchen. Die Wohnung, die die Ortschaftsräte besichtigten, bewohnt seit ein paar Tagen ein älteres Ehepaar, das sein großes Haus aus Altersgründen abgegeben hat. Gerhard Maier könnte sich vorstellen, im Baugebiet Holder in Großdeinbach zwei solcher Doppelhäuser vorzusehen.

Celestino Piazza führte die Notwendigkeit für den Bau solcher Einfachhäuser aus. Steigende Grundstücks- und Handwerkerpreise sowie zunehmende Auflagen für Bauherren trieben die Mietpreise in die Höhe. Er geht davon aus, dass auch die gemeinnützige VGW in künftigen Gamundia-Häusern Quadratmetermieten von etwa 6,30 Euro verlangen muss. Doch für private Bauherren mit anderen Rentabilitätserwartungen seien auch solche Mietpreise nicht machbar. Gleichzeitig steige aber die Nachfrage nach günstigen Mietwohnungen. „Immer mehr Leute können sich teure Mieten nicht mehr leisten“, diese Erfahrung machen die VGW-Mitarbeiter bei zahlreichen Anfragen nach Wohnungen.

Die Hälfte behalten

Mit der Wohnraumoffensive, die der Aufsichtsrat nun abgesegnet hat, möchte die VGW Wohnraum jeder Art schaffen, vom Einfachhaus bis zur hochwertigen Geschosswohnung; wobei Celestino Piazza in den Stadtteilen an Gebäudehöhen von zwei Etagen plus Dachgeschoss denkt. Das Grundkonzept sei, etwa die Hälfte der neu gebauten Wohnungen zu verkaufen, die andere Hälfte im Bestand zu halten.

Eine Gemeinde im Remstal hat ebenfalls Interesse angemeldet, dass die VGW dort baut, erzählt Celestino Piazza.

© Gmünder Tagespost 19.05.2017 00:48