Die Mehrheit stimmt für die Zeiselberg-Pläne

Der Gemeinderat hat den Bebauungsplan für das viel diskutierte Gastronomiegebäude auf dem Zeiselberg am Mittwochabend beschlossen. Mit einer Mehrheit aus CDU-, Bürgerliste- und SPD-Stadträten. Aus den Fraktionen Grüne, Linke und Freie Wähler Frauen (FWF) hatten sich insgesamt fünf Stadträte enthalten, fünf dagegen gestimmt. Nach einer erneut langen Diskussion.

Er wolle „mit der Mär aufräumen“, hier sei eine XXL-Gastronomie geplant, betont CDU-Stadtrat Christof Preiß dabei und geht damit auf den Hauptkritikpunkt der Bürgerinitiative Zeiselberg ein. Die Terrasse werde gerade mal 2,50 Meter breit. Das Gebäude werde nicht höher als ein Zwei-Familienhaus und passe sich dem Hang an.

Dass das nun geplante Lokal gar „Monstergastronomie“ genannt werde, kritisiert Bürgerliste-Stadträtin Susanne Lutz und bezeichnet als „Terrässchen“, was an dem Gebäude entstehen soll. Der Charme des Zeiselbergs sei viel beschworen, meint sie und nennt den seitherigen Biergarten „vereinigte Hüttenwerke mit Klowagen“. Sie appelliert für eine ganzjährige Gaststätte, damit der Zeiselberg für Besucher ein Höhepunkt werden könne.

SPD-Fraktionschefin Sigrid Heusel kritisiert, dass die Zeiselbergpläne nicht mehr verändert worden seien, nachdem Bürger Einwendungen dazu eingereicht hatten. „Die SPD hätte sich im Umgang mit den Einwendungen mehr Fingerspitzengefühl von Seiten der Verwaltung gewünscht“, fasst sie zusammen. Dass Einwendungen gut aufgearbeitet werden, sei wichtig als Grundlage für die Beschlüsse des Gemeinderats. Insgesamt nennt sie das Vorhaben „eine interessante, wichtige und gute Weiterentwicklung für unsere Stadt“.

Er habe das Gefühl, „dass sich der Investor vergriffen hat“, entgegnet Grünen-Fraktionsvorsitzender Gabriel Baum. Er könne sich nicht vorstellen, dass sich die Bürger eine solche Dimension und Ausprägung wünschen. Seine Fraktion werde dem Plan nicht zustimmen. Genauso die FWF-Fraktion: „Wir sind für den Zeiselberg und für eine Gastronomie, sagt Fraktionsvorsitzende Dr. Constance Schwarzkopf-Streit, „aber nicht für diese Bebauung“. Ähnlich äußert sich Linke-Rätin Cynthia Schneider: „Wir waren nie gegen eine Gastronomie auf dem Zeiselberg.“ Doch ihre Fraktion bedauere, dass der Plan fürs Gebäude trotz der Einwendungen nicht verändert worden sei.

Die ganzjährige Gastronomie, für die sich der Gemeinderat einstimmig ausgesprochen habe, lasse sich nur mit diesem Nutzungsprogramm verwirklichen, betont Oberbürgermeister Richard Arnold. Tatsächlich habe die Stadt die größten Veränderungen an den Plänen vorgenommen, nachdem die ersten Entwürfe vorgestellt worden seien. Jetzt sei die Laube als Lärmschutz hinzugekommen. Und die Optik des Gebäudes, vor allem der Fenster, sei verändert worden. Er kritisiert die Stadträte, die sich auf die Einwendungen von Bürgern bezogen hatten, „die ganz arg laut waren“. Doch was sei mit den Bürgern, die sich nicht laut äußern, „die Sie aber auch vertreten sollen?“, fragt er. „Jetzt reicht’s“, ärgert sich Grünen-Rat Elmar Hägele. „Jetzt rede ich“, entgegnet der OB: „Ich würde mich freuen, wenn Fraktionen nicht von der Stange gehen würden, nur weil manche Bürger laut werden.“ Der Beschluss für den Bebauungsplan folgt. Und demnächst die erneute Auslegung als Gelegenheit für Stellungnahmen.

© Gmünder Tagespost 10.10.2018 21:43