Die Kronleuchter kommen

Bildschirmfoto 2016-04-27 um 22.09.56Im großen Saal des Prediger werden zwei Kronleuchter aufgehängt. Das entschied der Gemeinderat am Mittwoch mit der knappen Mehrheit von 22 Ja- gegen 21 Nein-Stimmen.

Schwäbisch Gmünd. Der Abstimmung war erneut eine kontroverse Debatte vorangegangen, wie sie auch schon seit Wochen über dieses Thema geführt wird. CDU-Stadtrat Christian Baron fasste sie so zusammen: „Braucht’s des?“ Nach seiner und der Ansicht seiner Fraktion: Ja.

Die Kronleuchter würden den Saal vollenden. Die Hälfte der dafür notwendigen rund 60 000 Euro käme durch Spenden zusammen. Und damit würde endlich ein Produkt des weltweit gefragten Gmünder Kronleuchter-Herstellers Palme auch in Gmünd hängen. Baron: „Die Stadt braucht auch was Schönes.“
Aber nicht im Predigersaal, hielt Konrad Sorg für die SPD-Fraktion dagegen. Dort würden die Leuchter die kulturelle Nutzung eher behindern.
Brigitte Abele trug als Vorsitzende der Grünen-Fraktion die Meinung vor, dass die Kronleuchter für den Predigersaal das i-Tüpfelchen wären, aber nicht zwingend. Andererseits würden sie die einzige Leuchter-Manufaktur in weitem Umkreis repräsentieren.
Ullrich Dombrowski, Sprecher der Bürgerliste, sah die Kronleuchter als „Luxusausstattung“. Die sei dem Bürger nicht zu vermitteln, wenn für vieles andere kein Geld da sei. Wenn die ganzen 60 000 Euro dafür durch Spenden gedeckt wären, sähe die Sache anders aus.
Einen anderen Kompromiss schlug Karin Rauscher (FWF) vor: Nachdem ein Kronleuchter durch Spenden bezahlt wäre, solle doch einer aufgehängt werden. Die Leuchter der Firma Palme seien sicher etwas Besonderes und hätten auch einen Glamour-Faktor. Oberbürgermeister Richard Arnold wandte allerdings ein, dass nur ein Kronleuchter im Predigersaal „komisch“ aussehen würde.
Kronleuchter wären ein falsches Signal, Gmünd habe andere Notwendigkeiten, meinte Sebastian Fritz für die Linke. Zum Beispiel habe die CDU die Kürzung der Unterstützung für das Jugendkulturzentrum Esperanza durchgesetzt.
Neben den Kronleuchtern waren andere Maßnahmen für die Modernisierung des Prediger unumstritten: Brandschutzmaßnahmen (338 000 Euro), eine neue Küche im ersten Stock (261 000 Euro), eine Glas-Verbindungstür zwischen Labor im Chor und Kreuzgang (33 000 Euro) und der Einbau eines Museums- und Souvenirshops im Eingangsbereich wurden einstimmig genehmigt.
Markus Herrmann, Leiter der Touristik- und Marketing GmbH (T+M), unterstrich nochmals die Notwendigkeit eines solchen Shops für das Museum. Die T+M würde dafür den Souvenirshop vom Remspark in den Prediger verlegen, sodass das Personal für den Verkauf bereits vorhanden wäre.

© Gmünder Tagespost 27.07.2016 21:32