Die Fahrradstadt zur Chefsache machen

20. Mai 2017  Gemeinderat, Presse, Redaktion
Solche Zahlen ist das erfolgsverwöhnte Gmünd nicht mehr gewöhnt: Platz 74 von 98 bei der ADFC-Umfrage, wie fahrradfreundlich mittlere Städte sind. Schaut man, wieviele Bürger in diesen Städten befragt worden sind, kommt man auf eklatante Unterschiede. Ein Beispiel: Bamberg 560 Interviews, Gmünd 92 Interviews. Dennoch: Das für Gmünd ermittelte Ergebnis kann, aus der Beobachtung der Radfahrer heraus, so falsch nicht sein. Dafür gibt’s einen Grund: Über Jahrzehnte herrschte die Meinung vor, Gmünd sei für Räder ungeeignet. Weil: Im Süden und im Norden geht’s steil den Buckel hinauf. Dieses Argument hat sich spätestens mit dem E-Bike erledigt. Das Fahrrad wird vom Freizeitvergnügen zum alltäglichen Verkehrsmittel. Dies birgt Chancen: Bewegung tut gut, dem Radler und der Luft. Und der Radfahrer spart Zeit. Wer mit dem Rad von der Weststadt ins Zentrum fährt, weiß: Er ist so schnell wie ein Auto, zu bestimmten Tageszeiten schneller. Für sie sei die Umfrage „Ansporn“ und „Herausforderung“, sagt die Stadt. Das ist gut. Reicht aber nicht. Was ist zu tun: Gmünd braucht mehr Radwege. Ist dafür kein Geld da, sind Radschutzstreifen besser als nichts. Gmünd braucht mehr Radständer. Einige sind hinzugekommen. Dass diese sich rasant füllen, zeigt, wohin die Reise geht: zu mehr Rädern. Gmünd muss Gefahrstellen ins Auge fassen. Und beseitigen. Ein Beispiel: die Kreuzung Rektor-Klaus-Straße /Goethestraße. Für Radler kein Vergnügen. Bei all dem geht’s am Ende immer um Geld. Und deshalb um Prioritäten. Gmünd als Stauferstadt? Ja. Gmünd als Designstadt? Ja. Gmünd als Fahrradstadt? Nur zu! Gerne als Chefsache. Michael Länge

 

© Gmünder Tagespost 19.05.2017 18:42