Die Diskussionen um „Ums Stöckle“ gehen weiter

Schwäbisch Gmünd. Das geplante Verkehrskonzept „Ums Stöckle“ sorgt im Gmünder Gemeinderat weiter für Diskussionen. Während sich die CDU-Fraktion um ihren Vorsitzenden Alfred Baumhauer weiter für eine Umsetzung ausspricht, äußerte SPD-Stadtrat Konrad Sorg am Mittwoch erstmals Bedenken. Besonders für Fußgänger und Radfahrer hätten die Einbahnstraßenregelungen von „Ums Stöckle“ negative Folgen. Eine Meinung, die auch Karl Miller (Bündnis 90/Die Grünen) und Sebastian Fritz (Die Linke) teilten.

Auch die Finanzierung hinterfragte Sorg. Selbst mit einem Zuschuss vom Land über fünf Millionen Euro müsse die Stadt nach derzeitigen Schätzungen des städtischen Tiefbauamts noch rund 1,2 Millionen Euro selber bezahlen. „Wollen wir das Geld einfach so verbuddeln?“, fragte Sorg.

„Nun hab’ ich aber die Faxen dicke“, entfuhr es Bürgermeister Dr. Joachim Bläse, als auch Miller zunächst ein „schlüssiges Radwegkonzept“ forderte, ehe „Ums Stöckle“ umgesetzt werde. Das Verkehrskonzept sei von den Stadträten selbst, und in dieser Form auf den Weg gebracht worden. Und er, Bläse, mache das, „was die Mehrheit im Gemeinderat beschließt“.

Ein Großteil der Stadträte hatte sich im Januar dafür ausgesprochen, kein „Ums-Stöckle“-Provisorium einzurichten. Aus Kostengründen. Stattdessen war die Stadtverwaltung damit beauftragt worden, einen Antrag auf Fördermittel beim Land auszuarbeiten. Diesem Auftrag ist die Stadtspitze nachgekommen. „Nun liegt es an Ihnen, ob sie uns damit nach Stuttgart schicken oder nicht“, sagte Oberbürgermeister Richard Arnold. Er und Tiefbauamtsleiter Jupp Jünger wiesen die Stadträte in diesem Zusammenhang darauf hin, dass auch nach einem gestellten Förderungsantrag die Pläne noch geändert werden könnten.

Eine endgültige Entscheidung, ob die Stadtverwaltung beim Land einen Antrag auf Fördermittel stellt, fällt in der nächsten Gemeinderatssitzung am Mittwoch, 24. Oktober. Ullrich Dombrowski (Bürgerliste) teilte aber bereits mit, dass seine Fraktion nicht zustimmen werde. Gleiches gilt für die Fraktionen der Linken und der Grünen.

Nicht in diesem Förderantrag enthalten ist ein möglicher Umbau des Glocke-Kreisverkehrs zu einem Turbokreisel (die GT berichtete). Das stellte Jünger auf eine Anfrage von Miller klar. Die Stadtverwaltung habe bisher nur von der Planungsgruppe Kölz aus Ludwigsburg die Machbarkeit prüfen lassen, erklärte Bläse. Mehr nicht. Letztlich entscheide der Gemeinderat, „in welche Richtung es hier gehen wird“.

Doch schon am Mittwoch wurde klar: Auch in diesem Punkt sind sich die einzelnen Gemeinderatsfraktionen uneins. Fritz forderte die Stadtverwaltung sogar auf, einen solchen Turbokreisel „auf keinen Fall weiterzuverfolgen“. Auch andere Stadträte äußerten Bedenken. Zum einen sei der Glockekreisel „erst vor wenigen Jahren mit großem finanziellen Aufwand gebaut worden“, argumentierte Miller. Zum anderen bringe ein solcher Turbokreisel „nur Nachteile für den Radverkehr“. Konrad Sorg bezweifelte zudem, dass ein möglicher zweispuriger Kreisverkehr an dieser Stelle die Verkehrssituation in der Oberbettringer Straße überhaupt verbessern könne. Einzig Thomas Kaiser (CDU) zeigte sich erfreut darüber, dass die Untersuchungen ergeben habe, dass ein Turbokreisel möglich wäre. Er sei sich sicher, dass dadurch die Verkehrssituation „deutlich verbessert“ werden könnte. Nach Kaisers Meinung sollten die Pläne daher von der Verwaltung weiterverfolgt und „nach Möglichkeit auch umgesetzt werden“.

© Gmünder Tagespost 10.10.2018 20:27