Die Bonuskarte alleine reicht nicht aus

08. Dezember 2018  Gemeinderat, Presse, Redaktion, Sebastian Fritz

Die Bonuskarte kommt – und das ist auch gut so. Sie bietet ab 2019 Vergünstigungen auf bestimmte Angebote in Gmünd. Das hilft all jenen, die mit jedem Cent rechnen müssen. Doch reicht das? Die Antwort muss eindeutig Nein lauten. Denn wer genau hinschaut, erkennt: Die Bonuskarte ersetzt eigentlich nur den aktuell noch gültigen Tafelladenausweis – auch wenn nun freier Eintritt auf die Eisbahn oder günstigere Tickets für kulturelle Veranstaltungen dazukommen. Aber was bringt das, wenn die Bedürftigen nicht einmal zu den Veranstaltungen hinkommen? Weil sie nicht in der Innenstadt wohnen. Nicht gut zu Fuß sind. Oder sich das Busticket schlicht nicht leisten können. Ihnen wäre mehr geholfen, wenn – wie es Stadtrat Sebastian Fritz von den Linken fordert – der öffentliche Nahverkehr in die Bonuskarte miteinbezogen wird.

Denkbar wäre zum Beispiel ein Fahrpreis für Bedürftige in Höhe von einem Euro. Oder ein niedrig gehaltener monatlicher Pauschalbetrag. Dass das funktionieren kann, zeigen die Semestertickets für Studierende im Ostalbkreis. Auch die Stadt Gmünd könnte davon profitieren. Sie könnte – mit Blick auf die Wohnraumoffensive – bezahlbaren Wohnraum nicht nur in der Kernstadt, sondern auch in entfernter gelegenen Stadtteilen attraktiver gestalten. In Weiler. In Degenfeld. Dass die Einführung eines solchen Sozialtickets allerdings Geld kostet, ist klar – unbezahlbar ist es trotz klammer Kassen jedoch nicht. Das Landratsamt, das für den ÖPNV zuständig ist, sollte sich daher einen Ruck geben und das Sozialticket im Ostalbkreis einführen. Denn Politik sollte zum Wohle der Menschen gemacht werden – und mit einem Sozialticket wäre vielen geholfen. Jan Sigel

© Gmünder Tagespost 07.12.2018 22:16