Der wachsenden Einkommensarmut aktiv entgegenwirken

03. November 2009  Sebastian Fritz

626_web20_320x240_img_04061Die Zahl der Menschen, die zusätzlich zu ihrer Arbeit noch finanzielle Unterstützung beziehen müssen, um den Lebensunterhalt zu bestreiten, nimmt beängstigend zu. So sinngemäß Landrat Pavel auf dem VdK-Aktionstag in Schwäbisch Gmünd. Die Stadträte der Partei DIE LINKE Peter Müller und Sebastian Fritz sehen in der negativen Entwicklung der Einkommen, die trotz Vollzeitbeschäftigung nicht zum Auskommen reichen, eine gefährliche Tendenz. Am Beispiel des Tafelladens Schwäbisch Gmünd, zeigen sich die Auswirkungen der verfehlten Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik der vergangenen Jahre.

Die Stadt Schwäbisch Gmünd mit ihren in etwa 60.000 Einwohnern hat seit 10 Jahren einen Tafelladen, der von der Selbsthilfefirma GEBIB geführt wird. Der Tafelladen befindet sich am Kalten Markt und jeder, der dort einkaufen möchte, benötigt eine Kundenkarte. Diese wird ausschließlich an bedürftige Menschen mit geringem Einkommen oder Hartz IV-Bezug ausgegeben.

In Schwäbisch Gmünd gehen täglich etwa 190 Menschen im Tafelladen einkaufen und es sind aktuell 1740 Bezugskarten vergeben. Der Geschäftsführer der GEBIB, Tilman Haug, betont, dass hinter einer solchen Kundenkarte im Schnitt weitere vier Menschen stehen. Das bedeutet, dass allein im Altkreis Schwäbisch Gmünd fast 7000 Menschen auf Grund Ihrer Einkommenssituation darauf angewiesen sind, im Tafelladen einzukaufen. Die Dunkelziffer liegt vermutlich höher, da sich viele Menschen trotz Berechtigung nicht trauen, vorstellig zu werden.

Die Wirtschaftskrise wird sich auf die „noch bestehenden” Arbeitsplätze negativ auswirken, Entlassungen und Kostendruck auf die bestehenden Arbeitseinkommen werden zunehmen. Der Landrat Pavel, schilderte, dass der Landkreis von einer Zunahme an Hartz IV Leistungen für das kommende Jahr im Millionen Umfang ausgeht. Hierbei führt er insbesondere die steigende Anzahl an „Aufstockern” an, die zu ihrem Einkommen Unterstützungsanspruch haben und auch benötigen.

Die Tendenz, dass in Schwäbisch Gmünd bald jeder sechste Bürger betroffen sein könnte und darunter viele Kinder, unterstreicht die Notwendigkeit von Gegenmaßnahmen. „Mich macht es wütend, dass in einem der reichsten Länder der Welt nicht alle Alarmglocken läuten und die zentralen Akteure von Politik und Wirtschaft nicht endlich gemeinsame Überlegungen anstellen, dieser Entwicklung entgegen zu wirken,” meint hierzu Sebastian Fritz. „Wir müssen die geringen Einkommen schonen und wir müssen uns den Forderungen entgegenstellen, dass die Kosten und Gebühren weiter pauschal steigen.Es ist nun einmal Tatsache, dass starke Schultern mehr tragen können als schwache Peter Müllererklärt dazu:Die im Aufbau befindlichen Fraktion DIE LINKE befürwortet es, wenn in diesem Zusammenhang ein „runder Tisch” mit Vertretern der Stadtverwaltung, der Kommunalpolitik und den Sozialverbänden zustande kommt um sich konkrete Schritte zu überlegen, wie in Gmünd der Einkommensarmut entgegengewirkt werden kann. Davon profitiert dann auch der Wirtschaftsstandort Gmünd und ein großer Teil der Bürger.

Presseartikel der GT