Demo fürs Fahrrad gelingt auch bei herbstlichem Nieselwetter

16. November 2019  Gemeinderat, Presse, Redaktion, Sebastian Fritz

Nieselregen ist für Radfahrer weniger einladend. Für viele ist das aber kein Hinderungsgrund für die Teilnahme an der Critical-Mass-Demo. Sebastian Fritz, der Sprecher der Aktion, zu der SPD, Grüne, Linke, BUND und „Gmünder Radler“ aufgerufen haben, freut sich über die mehr als 130 Teilnehmer, denen eine fahrradfreundlichere Innenstadt ein Anliegen ist.

Es war die letzte Fahrt in diesem Jahr, „nach der Winterpause werden wir weitermachen“, so Fritz. Die Demonstration fürs Rad läuft erstmals ohne große Polizeibegleitung ab. „Weil das bis jetzt so ruhig und geordnet verlaufen ist, verzichten Ordnungsamt und Polizei auf die Präsenz.“ Entgegenkommen möchten die Radler den Bussen des ÖPNV, sie sollen die Gruppe leichter passieren können. Die Route hat sich nicht verändert: Vom Bahnhofvorplatz aus geht es über die Remsstraße zum Glocke-Kreisel, über die Königsturmstraße und die Rektor-Klaus-Straße zurück zum Ausgangspunkt.

Ganz nach dem Motto „Wir stören nicht den Verkehr, wir sind Teil des Verkehrs“, nehmen die Radfahrer den Straßenraum in Anspruch. Die Strecke ist nach Ansicht von Sebastian Fritz „insgesamt schwierig, weil es für Fahrräder keinen durchgängigen Schutzstreifen gibt“. Im Pulk sei das kein Problem, allein schon. Oft werde man auf der Straße nicht akzeptiert, Autofahrer passieren Radfahrer mit geringem Abstand oder beginnen zu hupen. Fritz: „Das passiert mir oft auf meinem täglichen Weg zur Schule durch die Buchstraße Richtung Hussenhofen.“ Nicht ideal seien Kreisverkehre für Radfahrer.

Sebastian Fritz schätzt dagegen den vom CDU-Landtagsabgeordneten Dr. Stefan Scheffold vorgeschlagenen Altstadtring für Radfahrer. Würde der eingerichtet, könnten Radfahrer von jeder Stelle aus in die Innenstadt abbiegen, um Ziele zu erreichen. Dann, so meint Sebastian Fritz, „werden viel mehr Menschen lieber aufs Rad als Verkehrsmittel umsteigen“.

Nach der Winterpause werden wir weitermachen.

Sebastian Fritz,
Critcal-Mass-Initiator

Zum Beispiel Freya Zanek. Sie wünscht sich einen Radverkehr nach dem Vorbild der Stadt Heidelberg. „Dort gibt es getrennte Rad- und Gehwege“, sagt sie. In Schwäbisch Gmünd ende der Radweg immer wieder, man müsse auf der Straße weiterfahren. Damit habe man als Radfahrerin häufig wieder das Gefühl, zum Verkehrshindernis zu werden.

Andreas Mooslehner vom BUND schätzt die Fortschritte, die es bei den Radwegen im Remstal gibt. „Touristisch sind wir wirklich vorangekommen“, sagt er und wünscht sich jetzt auch ein innerstädtisches Radwegenetz. Nur so könne das Rad zum allgemeinen Verkehrsmittel werden. Auch die Anbindung der Stadtteile sei in dem Zusammenhang wichtig. Gerade in der dunklen Jahreszeit seien Radwege auch eine Sicherheitsfrage.

Weniger begeistert von der Raddemonstration „Critical Mass“ ist ein Taxifahrer, der ungenannt bleiben will. Die Demo führe dazu, dass der Verkehr in der Stadt fast zum Erliegen komme. „Wenn wir dringende Fahrten haben, zum Bahnhof, in die Klinik, ist das ein Problem.“

© Gmünder Tagespost 15.11.2019 18:37