„Das wird Gmünd weiter stärken“: Verwaltungsausschuss gab grünes Licht für die Jugendkunstschule

Sebastian FritzDer zu gründenden Jugendkunstschule wurde im Verwaltungsausschuss allseits ein gern erteiltes Einverständnis des Gemeinderats in Aussicht gestellt. Außerdem ging es um Flüchtlinge auf dem Hardt, Wahlkampfplakatierung und die Parkplätze für Ehrenamtliche.

SCHWÄBISCH GMÜND (bt). Die RZ hat bereits vorgestellt, wie die Gmünder Jugendkunstschule aussehen soll. Das entsprechende Konzept wurde gestern von allen Fraktionen begrüßt – es sei wichtig wie eine gute Musikschule oder die Sportförderung.Ein Beirat soll die inhaltliche Arbeit unterstützen; neu ist Begleitung im politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereich durch ein Kuratorium. Finanziert wird das Projekt aus Beiträgen der Kursteilnehmer, kommunalen Zuschüssen, Sponsoring und Spenden sowie Landesmitteln. Die Stadt beteiligt sich an der Finanzierung eines hauptamtlichen Geschäftsführers durch den Träger, die VHS (25 Prozent-​Stelle); der entsprechende städtische Zuschuss beträgt pro Jahr 15 000 Euro. In der Zeit des Leerstands wird auch das Woha-​Gebäude am Marktplatz genutzt.
Christa Rösch (CDU) erinnerte daran, dass das Konzept nach 24 Jahren zum Tragen komme: „Eine Idee ist dann stark, wenn ihre Zeit gekommen ist“, zitierte sie. Diese Idee sei nunmehr sehr stark, was Albrecht Vogel, Kunstvereinsvorsitzender und seinen Mitstreitern zu verdanken sei. Jetzt gelte es, das Ganze rasch aufzubauen, auf dass die Kunstschule bald so selbstverständlich erlebt werde wie ihre große Schwester die Musikschule. Sigrid Heusel (SPD) meinte, der Wunsch habe lange Tradition; der Beschluss sei damals in der Schublade verschwunden, weil der städtische Haushalt die Umsetzung nicht zugelassen habe – um den Haushalt sei’s nicht besser bestellt, aber die Konstruktion, die nun auf dem Tisch sei, gebe Anlass zu hoffen. Sie lobte den ganzheitlichen Ansatz und sprach von einem weiteren weichen Standortfaktor für die Wettbewerbsfähigkeit der Stadt. Auch schätzte sie den „gebündelten Sachverstand“ im Beirat. Brigitte Abele (Grüne) freute sich über die Woha-​Belebung, bis das Gebäude wieder anders genutzt werde. Sie stellte das geplante Kuratorium in Frage – die Politik solle „einmal draußen bleiben“ –, und sie fragte nach Kindern und Jugendlichen, die sich den Besuch der Schule nicht leisten können. Auch von Konrad Widmann (FW/​FDP) – „das könnte ein echtes Aushängeschild werden“ –, Karin Rauscher (FWF) – „überfällig“ –, sowie Sebastian Fritz (Linke), JKI–Mitbegründer und damit Förderer von Jugendkultur, gab’s ausschließlich Positives.
Anfrage zur Unterbringung
der Flüchtlinge
Der Vorstand des Bürgervereins „Starkes Hardt“ gibt eine Stellungnahme zur geplanten Unterkunft für Asyl-​Bewerber ab (Seite 19). Die entsprechenden Aussagen kommentierte Konrad Widmann im Gremium. Er habe sich im Kreistag bei diesem Thema enthalten und frage jetzt, ob es nicht sinnvoll sei, statt 150 „maximal 100 Flüchtlinge auf einem Platz“ unterzubringen. Bürgermeister Dr. Joachim Bläse bat dazu „inbrünstig“, „nicht diese Diskussion in Gang zu setzen, die in die ganz falsche Richtung geht“. Der Plan sehe Einzelgebäude mit 24 Bewohner pro Stock vor, 46 bis 48 pro Gebäude, ein Modell, das aus der erfolgreichen Obdachlosenunterbringung übernommen worden sei, ein Modell zudem, das sehr flexibel mache und große Chance sei. Der Plan sei nicht an Zahlen festzumachen, sondern am Charakter der Bebauung.
Sigrid Heusel (SPD) beklagte, CDU und FW/​FDP hätten sich nicht an eine im Gemeinderat getroffene Vereinbarung gehalten, in den für die Gartenschau relevanten Bereichen der Stadt nicht für die Wahl zu plakatieren, um den Auftritt der Stadt nicht zu zerstören. Nun blühe die Stadt auf, aber leider auch die Wahlplakate in den entsprechenden Gebieten. Die angegangenen Fraktionen, namentlich Christian Baron (CDU), verwahrten sich gegen diese Kritik: Eine solche Vereinbarung habe es nicht gegeben.
Auf eine Frage von Sebastian Fritz erklärte Bläse, die kostenlosen Parkplätze für Aussteller und Ehrenamtliche der Landesgartenschau würden im „Erdenreich“ im Bereich der früheren ESSO-​Tankstelle zur Verfügung gestellt – durch den hohen Zulauf wäre es unmöglich, abzuschätzen, ob auf den regulären Parkplätzen zehn oder hundert Plätze freigehalten werden müssten. Grundsätzlich werde auch am Falschparken gearbeitet.

Rems Zeitung, 15.05.2014