Das Verfahren kritisiert

14. November 2012  Gemeinderat, Presse, Redaktion, Sebastian Fritz

Das Verfahren, wie Gmünds neuer Integrationsbeauftragter Hermann Gaugele zu seiner neuen Position kam, er- und hinterfragten am Mittwoch die Stadträte Sebastian Fritz (Linke) und Bilal Dincel (SPD) im Ausschuss. Es gehe hier um einen neuen Stellenzuschnitt, sagte Bürgermeister Dr. Joachim Bläse und wies die Kritik zurück.

MICHAEL LÄNGE

Schwäbisch Gmünd. Fritz erläuterte, dass er von Gaugeles neuer Aufgabe aus der Zeitung erfahren hat (GT vom vergangenen Dienstag, nachzulesen unter www.tagespost.de), er bat die Verwaltung, dazu etwas zu sagen. Die Stelle des Integrationsbeauftragten sei keine 100-Prozent-Stelle, sagte Bläse. Eine der größten Herausforderungen beim Thema Integration sei zurzeit die Jugend. Deshalb habe es die Stadtverwaltung für sinnvoll gehalten, den Integrationsbeauftragten näher an die Jugend heranzuführen. Gaugele war bislang und bleibt weiterhin in der Jugendarbeit tätig.

„Überrascht“, dass über den neuen Integrationsbeauftragten „ohne jegliche Beratung im Vorfeld“ entschieden worden ist, war Bilal Dincel. Er habe bei „so einem wichtigen Thema“ eine Beratung erwartet und sei „enttäuscht“.

Dies könne er „in dieser Vehemenz nicht nachvollziehen“, sagte dazu Bläse. Er habe den Integrationsbeirat informiert, dessen zwei Sprecher seien einverstanden gewesen, er sehe die Entscheidung deshalb „mit Rückendeckung des Integrationsbeirates“.

Hermann Gaugele werde „mit seiner Erfahrung hilfreich sein“, sagte OB Richard Arnold. Integration sei keine Gremien-, sondern eine Bürgerarbeit.

Die Kritik gelte nicht der Person Gaugeles, sagte dazu Dincel, die Kritik richte sich gegen das Verfahren.

Er werde die Anregung Dincels aufnehmen und den Integrationsbeirat künftig einbinden, sagte schließlich Bläse. Dies sei aber bei Gaugeles Vorgängern bislang nie so der Fall gewesen.

© Gmünder Tagespost 14.11.2012