Das Hardt bis 2040 erneuern

18. September 2015  Cynthia Schneider, Gemeinderat, Presse, Redaktion

team.cynthia.schneiderDie Pläne umfassen einen Zeitraum von 25 Jahren: Die Stadt will den Stadtteil Hardt auf Vordermann bringen. Dazu will die Verwaltung die Aufnahme des Hardts in das städtebauliche Erneuerungsprogramm des Landes, „Soziale Stadt“, beantragen und so das Projekt finanziell stemmen. Die Stadträte befürworten dies.

michael Länge

Schwäbisch Gmünd. Baubürgermeister Julius Mihm stellte den Stadträten das Projekt vor. „Wir wollen erreichen, dass das Quartier ein lebendiger Teil von Gmünd wird“, sagte Mihm. Er blickte zurück: 1937 entstand auf dem Hardt die Kaserne, nach dem Krieg eine Wohnsiedlung für die Amerikaner. Nach dem Abzug der Amerikaner übernahm die VGW die Wohngebäude, zurzeit leben dort Menschen aus etwa 35 verschiedenen Nationen. Ein Manko des Stadtteils ist, dass er durch die Oberbettringer Straße geteilt ist. Deshalb spricht Baubürgermeister Mihm nicht nur von einer „Herausforderung des Zusammenlebens“, sondern von Strukturmängeln, die baulich behoben werden müssen.
In das Gebiet, das erneuert werden soll, bezieht die Stadt das Berufsschulzentrum, den Bauhof und die Pädagogische Hochschule mit ein. Die geplante Erneuerung verläuft entlang einer Linie vom Falkenbergplatz über das Gemeinschaftszentrum, eine neue Mitte und einen Bildungscampus bis zum Hochschulplatz bei der Pädagogischen Hochschule. Diese Plätze, skizzierte Mihm, sollen durch ein „alleeartiges Band“, nur für Fußgänger und Radfahrer, verbunden werden. Zwischen dem Gemeinschaftszentrum und der neuen Mitte überquert das Band die Oberbettringer Straße. Diese soll zu einer innerstädtischen Straße gemacht werden, sie soll so umgelenkt werden, dass „der Verkehr mehr durchs Hardt durchrutscht“, sagte Mihm. Wohnungen sollen aufgewertet werden, Grün- und Spielflächen entstehen. Ebenfalls in die Sanierung aufgenommen wird die jetzige Bauhoffläche. Dort sollen Gebäude abgerissen und neue gebaut werden. Denkbar sind hier Bildungseinrichtungen, also Grundschule, Kindergarten, Familienzentrum. Für die Umgestaltung setzte Mihm unter dem Stichwort „Hardt 2040“ 25 Jahre an. Voraussetzung für das Vorhaben ist die Aufnahme in das Programm „Soziale Stadt“. Diese muss der Gemeinderat befürworten. Gelingt dies, so baut die Stadt auf 5,29 Millionen Euro fürs Hardt, von denen das Land 3,13 Millionen und die Stadt selbst 2,16 Millionen Euro tragen würde. Die Kasernenfreilegung wäre dann der erste konkrete Schritt, der Bauhof bleibe noch außen vor.
Oberbürgermeister Richard Arnold unterstrich all dies: Dies seien die richtigen Impulse, sagte er. Denn auf dem Hardt gebe es eine große Dynamik. Arnold nannte das Engagement des Bürgervereins „Starkes Hardt“. Die Menschen auf dem Hardt wollten den Umbruch mitgestalten.
Das Projekt, das in vier Abschnitten erfolgen soll, sei ein Grundstein für eine „deutliche Verbesserung“ des Hardts und ein „Riesensprung von der US-Garnison zu urbanem Wohnen“, sagte Celestino Piazza (CDU). „Das Hardt hat eine Chance verdient“, sagte auch Konrad Sorg (SPD). Nach dem Abzug der Amerikaner sei das Hardt ein sterbender Stadtteil gewesen, erfreulich sei, wenn die Entwicklung des Hardt nun durchdacht angegangen werde. Als „tolle Sache“ bewertete Karl Miller (B 90 / Grüne) das Projekt. Er begrüßte die fünf Plätze, deren Verbindung die trennende Straße überwindet, könnte sich aber noch mehr „städtische Dichte“ vorstellen. Ullrich Dombrowski (FW / FDP) schlug vor, im nördlichen Teil mit der Erneuerung zu beginnen, denn dieser sei der, der abfalle. Bis 2040 sei es eine „lange Strecke“, sagte er. Mit der Oberbettringer Straße relativ bald zu beginnen, schlug Dorothea Kossin (FWF) vor. „Wichtig und richtig“ sei die Entwicklung des Stadtteils, sagte Cynthia Schneider (Die Linke), die Stadt solle alle Möglichkeiten spielen, um in das Erneuerungsprogramm aufgenommen zu werden.

© Gmünder Tagespost 17.09.2015 22:10:55