verehrte Kolleginnen und Kollegen,
meine Damen und Herren,
wir alle sind überrascht, welch positives Echo die Namensfindung unseres langersehnten Tunnels ausgelöst hat! Wir sind aber auch verdutzt, welches Ergebnis die Internetabstimmung zum Vorschein gebracht hat.
Aber was war denn der Ursprungsgedanke des Ganzen?
Wir haben als Gremium ein Verfahren gebilligt, welches zum Ziel hatte die Bürgerinnen und Bürger mitreden zu lassen! Dieses wird von uns Linken auch ausdrücklich begrüßt und wir würden uns wünschen, wenn dies in Zukunft bei noch mehr Themen eingesetzt würde. Denn wie schon erwähnt, wir sind alle überrascht über das Ergebnis und das ist ein Beleg dafür, dass wir im Rat vielleicht manchmal denken, dass wir das richtige machen und dabei liegen die Interessen doch ganz anders!?
In vielen Gesprächen die ich in den vergangenen Tagen geführt habe, wurde oftmals das Bedenken geäußert, wonach bei der Abstimmung nicht nur Gmünder abgestimmt haben. Das ist sicherlich richtig, aber gerade bei der Namensvergabe für einen Tunnel sollten wir uns nicht in unserem Gmünder Schneckenhaus verstecken, sondern wir sollten uns freuen, dass so viele – vor allen Dingen junge Menschen – sich an der Namensgebung für unseren Gmünder Tunnel beteiligt haben! Oft ist zu hören, die jungen Menschen wären nicht an den kommunalpolitischen Entscheidungen interessiert – wir hätten mit einem mutigen Votum für einen Tunnel mit dem Namen Bud Spencer die Chance gehabt, die Entscheidung dieser jungen Menschen, sich bewusst für eine Sache zu engagieren und einzusetzen, anzuerkennen.
Uns ist allen klar, dass dieses Verfahren nicht mit einem Bürgerentscheid gleichzusetzen ist. Aber findet sich eine Mehrheit für die 40 – 50.000 € die ein solcher kosten würde? Wir sind der Meinung dass der von der Verwaltung eingeschlagene Weg der richtige war, gleichwohl muss bei zukünftigen Entscheidungen wo der Bürgerwille gefragt ist, noch mehr auf die Rahmenbedingungen geachtet werden.
Meine Damen und Herren, es geht bei der Namensfindung für unseren Tunnel nicht nur um die Frage, wie er am Ende heißt – es geht um viel mehr! Die jungen Menschen die derzeit die Zeit im Netz verbringen um für den Namen Bud Spencer zu mobilisieren haben sicherlich unterschiedliche Motive dies zu tun, aber viele eint die Freude über die Möglichkeit mitdiskutieren zu dürfen und gegebenenfalls mit dem Ziel, dass sie es schaffen! Diesen 100.000 Menschen dürfen wir aus unserer Sicht nicht das Zeichen übermitteln: Ihr dürft zwar eure Stimme abgeben, aber am Ende machen wir dann eh etwas anderes! Wir hätten es in der Hand gehabt und daher rührt auch das derzeitig große Interesse der überregionalen Medienvertreter, dass Schwäbisch Gmünd als Bürgerkommune von sich reden macht! Dies dürfen wir nicht auf`s Spiel setzen und daher werden wir der Vorlage der Verwaltung nicht zustimmen!
Es ist in vielen Artikeln der vergangenen Tage auch die parallele zu Stuttgart 21 gezogen worden – sicherlich hinkt der Vergleich beim jeweiligen Umfang der Entscheidungen. Aber wir hätten es hier und heute in der Hand gehabt einen Anfang in Sachen Bürgerkommune zu machen. Ich streite auch gar nicht ab, dass dem Namen Bud Spencer nicht alle Gmünderinnen und Gmünder wohl gesonnen gegenüberstehen, aber wir hätten hier die einmalige Chance gehabt eine Vorreiterrolle zu übernehmen und ebnen damit möglicherweise den Weg für viele weitere Möglichkeiten des Mitdiskutierens seitens der Bürgerinnen und Bürger.
Ich hätte mir gewünscht, dass wir den Weg der Bürgergesellschaft hier und heute beginnen! Auch wenn dieser nicht immer bequem sein mag, so halten wir es für wichtig diesen Schritt zu gehen um möglichst vielen die Möglichkeit zu geben, an den Entscheidungen teilzuhaben.
Zum Schluss möchte ich aber eine Prophezeiung wagen, völlig gleichgültig wie der Gemeinderat heute entscheiden wird, bei den 100.000 Menschen die ihr Votum für den Bud Spencer Tunnel abgegeben haben, wird der Tunnel immer Bud Spencer Tunnel heißen!

27. Juli 2011 um 20:15
Sebastian Fritz,
hat vollkommen recht.
Ich bin bestimmt kein Fan von Bud Spencer Tunnel,
aber so funktioniert Demokratie.
Wer sich beteiligt bestimmt auch
und wenn es dem Gemeinderat nicht klar ist,
Sie sind nur die Gewählten Vertreter. Aber wen hat der Gemeinderat jetzt vertreten ?
Sich selber wie immer, solange die Politiker im Amt nur Ihre Meinung gelten lassen
müssen wir linken stärker werden und die gelebte Demokratie der Bevölkerung zurückgeben !
27. Juli 2011 um 22:30
Nach der Gemeinderatssitzung habe ich viele Stimmen eingefangen, die meinten, hätte der Gemeinderat für einen Bud Spencer Tunnel gestimmt und noch 2 oder 3 andere Vorschläge nach Stuttgart geschickt wär dies nicht so “schlimm” als überhaupt nicht. Und da man sich im Vorhinein schon für ein “Bad” Spencer ausgesprochen habe, sehen viele junge Menschen als Tatsache nicht für “voll” genommen zu werden! Und genau hier hätte man einlenken können, bzw. müssen! Die Jugend, die jungen Menschen von Heute sind unsere Träger von morgen… und wenn man sie nicht “(er)hört” kann alles möglich sein! Wenn ich meinen Sohn(16) nach seiner Meinung frage, er mir diese mitteilt und ich ihm dann klar mache es wäre nur darum gegangen dass er zwar kein Stimmrecht hat aber halt auch mal seinen “Senf dazugeben” durfte, hätte ich als Mutter und vor allem als Erwachsene (was in diesem Fall ja auch Vorbild ist) drastisch an Glaubwürdigkeit verloren! Und niemand will dies! Warum hieß es die letzten Tage und auch Heute immer die jungen Menschen??? Wir sollten, Nein wie müssen den Jugendlichen und den jungen Leuten mehr Gehör verschaffen, sonst sitzen am Ende nur die Alten da… ! Auch wenn das Regierungspräsidium sich gegen Bud Spencer entschieden hätte, aber die 100.000 Menschen, zumeist junge Leute, würden sich dann in diesem Falle nicht aufs Korn genommen fühlen! Ich gebe Seba in allen Punkten recht! Der Tunnel wird für alle der Bud Spencer Tunnel bleiben… Bud Spencer Tunnel der Herzen (im Facebook unter diesem Namen schon vertreten und auch schon über 200 Anhänger!!)
30. Juli 2011 um 21:48
[...] Und vorher hat es auch kaum jemanden Interessiert. Zurück zum Alltag, der Tunnel ist tot. Wie die LINKE in der FAZ sagt: “völlig gleichgültig wie der Gemeinderat (heute) entscheiden wird, bei den 100.000 [...]