Bürger, Gemeinderäte und OB Arnold besichtigen Wind- und Solarpark

20. Juli 2011  Presse, Redaktion

Schwäbisch Gmünd macht sich mit dem jüngst im Gemeinderat beschlossenen Klimaschutzkonzept auf den Weg zum Ausbau erneuerbarer Energien.

In Gnannenweiler im Landkreis Heidenheim wollte man sich dazu Rat holen – schließlich produziert man dort weit mehr erneuerbare Energie als man selbst verbraucht. Die Teilnehmer der Bus-Exkursion am Samstag bei herrlichem Wetter erwartete eine fachkundige Führung durch Ulrich Rink von der Firma Albuch-Wind, der mit rund 80 Teilhabern aus der Nachbarschaft eins der neun Windräder als Bürgerwindrad betreibt.

Der Gründer Oberbürgermeister Richard Arnold sowie Karl Miller und Andreas Mooslehner vom Bürgerbündnis Atomausstieg begrüßten Vertreter der Gemeinderatsfraktionen, der Stadtwerke sowie viele interessierte Bürger zur Energieexkursion.

Während beim Start in Schwäbisch Gmünd noch absolute Windstille herrschte, drehten sich für viele Teilnehmer überraschend die Rotoren auf der Alb-Hochfläche bei Steinheim-Gnannenweiler langsam und beständig – schließlich ist man hier mit 718 Metern Höhe am höchsten Punkt des Landkreises Heidenheim.

Der Planung des Windparkes wurde in Einvernehmen mit den Bürgern ohne Einsprüche von Anliegern durchgeführt, die Einweihung erfolgte im Herbst 2009.

“Bei rund drei Millionen Euro Investitionskosten pro Windenergieanlage will ein solches Projekt gut geplant sein, wenn man finanziell keinen Schiffbruch erleiden will”, erläuterte Ulrich Rink. “Ein guter windhöffiger Standort, eine vorausgehende 24 monatige Windmessungen zur sicheren Beurteilung des Windertrags sowie eine hohe Eigenkapitalquote sind wichtige Erfolgsfaktoren.” 40 Prozent der Investitionen haben die Anteilseigner aus dem Bereich der Gemeinde Steinheim selbst aufgebracht, den Rest durch ein regionales Kreditinstitut finanziert.

Ein Wartungsvertrag mit der Herstellerfirma garantiert eine 97 prozentige Verfügbarkeit. Obwohl die neun Anlagen im Park verschiedenen Eignern gehören – zwei sind im Besitz der Stadtwerke Augsburg- wird der Windertrag der neun Anlagen im Park zusammengefasst und gleichmäßig aufgeteilt.

Für Stadtwerke lohnt sich nach den Ausführungen von Rink der Betrieb eigener Anlage im Netzbereich gleich doppelt: man könne den Stromertrag ins eigene Netz einspeisen und direkt verbrauchen und spare sich die Durchleitungsgebühr von ca. 5 Cent pro Kilowattstunde, die bei Zukäufen von außen fällig werden würden.

Falls die Gründer auf ihrer Markungsfläche keinen ertragreichen eigenen Standort fänden, sei es vorstellbar, sich zur Realisierung eines Windparks mit Nachbarkommunen zusammenzuschließen.

Nach einer Besichtigung des Maschinenhauses einer Windenergieanlage wurde noch Station am angrenzenden Solarfeld – einer aufgeständerten Photovoltaik-Freiflächenanlage mit 6,3 MW Leistung gemacht. Die Anlage ist auf einem schwer einsehbaren leicht abschüssigen Gelände realisiert worden. Solarenergie und Windenergie würden sich von der Verfügbarkeit ideal ergänzen, so Rink. Das Potenzial für beide erneuerbare Energien sei in der Region noch enorm. Für Schwäbisch Gmünd könne er sich auch gut eine Zweitnutzung der Flächen unter den Modulen für den Anbau von schattenliebenden Heilpflanzen in Kooperation mit der Firma Weleda vorstellen.