Bürgerbegehren gegen Bad?

Bildschirmfoto 2016-04-27 um 22.09.56Schwäbisch Gmünd

Zwei Investoren wären interessiert, ein neues Hallenbad an der Nepperbergstraße zu bauen, dessen Konzeption im Wesentlichen den Wünschen der Stadt entspricht. Das gab Sportbürgermeister Dr. Joachim Bläse am Mittwoch im Gemeinderat bekannt. Ein Knackpunkt könnte der Platzbedarf werden: Beide Investoren würden den Bau auf die Nordseite des Nepperbergs hinüberziehen. Die Grundstücke dort sind bisher in Privatbesitz. Naturschutzverbände drohen bereits mit einem Bürgerbegehren gegen die Pläne.

Die Stadt hatte nach möglichen privaten Investoren für ein neues Hallenbad gesucht – sehr erfolgreich, wie Bläse bilanzierte. Vier Bewerber hätten sich vorgestellt, zwei davon „entsprachen unseren Vorstellungen eingeschränkt“. Die beiden anderen dagegen hätten für Gmünd sehr interessante Modelle vorgestellt. Beide würden eine Grundversorgung inklusive Schul- und Vereinsschwimmen bieten, legen auch Wert auf weitergehende Angebote in den Bereichen Sauna, Wellness und Fitness. Beide könnten sich ein 50-Meter-Becken vorstellen, eventuell könnten darin auch andere Funktionen angeboten werden.

Mit Grundbesitzern sprechen
Beiden Investoren aber würde die von der Stadt für ein mögliches neues Hallenbad vorgeschlagene Freifläche zwischen Nepperbergstraße und Bahngleisen, die derzeit als geschotterter Parkplatz genutzt wird, nicht ausreichen, sagte Bläse. Einer möchte seinen Bau über die Straße hinwegziehen und die Nepperbergstraße so zur Sackgasse machen. Der andere würde die Straße überbauen. Und beide Investoren bräuchten auf der anderen Seite der Nepperbergstraße noch zusätzlichen Grund. Die Stadt, so Bläse, müsste bei beiden Konzepten einen Zuschuss von 1,5 Millionen Euro plus den Abmangel des Bades einbringen. Als nächste notwendige Schritte nannte der Bürgermeister,

mit den privaten Besitzern über die zusätzlich benötigten Flächen zu verhandeln und
die Konzeptionen der beiden Bewerber planungsrechtlich zu prüfen.
Für Reaktionen sorgte die Ankündigung, dass für den Neubau zusätzliche Flächen benötigt würden. Oberbürgermeister Richard Arnold zeigte sich allerdings sehr reserviert gegenüber den Wünschen der Stadträte Elmar Hägele (Grüne) und Sebastian Fritz (Linke), die auf der Nordseite der Nepperbergstraße zusätzliche benötigten Flächen zeitnah anzuschauen. „Zu gegebener Zeit“ sei eine solche Besichtigung möglich.

Der Regionalgeschäftsführer des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), Andreas Mooslehner, der den Tagesordnungspunkt verfolgt hatte, zeigte sich im Gespräch mit der Gmünder Tagespost „in höchstem Maße alarmiert“ über die Einbeziehung zusätzlicher Flächen am naturnahen Nepperberg. Die Planungen „mit der angekündigten zusätzlichen Bebauung von Hangflächen des bewaldeten Nepperberges“ überschritten eine rote Linie, so Mooslehner in einer Stellungnahme am Abend. Die Beteuerungen der Stadtverwaltung, den Hang nicht weiter zu bebauen, seien offenbar falsch gewesen. Die Naturschutzverbände, die zusammen mit Initiativen 2013 den Bau einer Sommerrodelbahn im Taubental verhinderten, müssten sich jetzt auf ein erneutes Bürgerbegehren vorbereiten. Zunächst werde man aber die Veröffentlichung der detallierten Planungen abwarten. Mooslehner appellierte an die Besitzer der benötigten Flächen am Nepperberg, das Gelände nicht zu verkaufen.

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© Gmünder Tagespost 21.06.2017 21:15