Bündnis gegen Rassismus gegründet

28. September 2016  Kreisvorstand, Ortsvorstand, Presse, Redaktion

Mehr als 30 Vertreter karitativer, kirchlicher, gewerkschaftlicher und sonstiger Organisationen trafen sich am Dienstagabend, um ein gemeinsames Vorgehen gegen rassistische Tendenzen zu besprechen und zu organisieren. Es war das erste Treffen des Bündnisses „Aufstehen gegen Rassismus“. Weitere sollen folgen.

HARALD PRÖHL

Schwäbisch Gmünd. Zum Treffen im Gewerkschaftshaus am Dienstag luden Kerstin Petzold, Gewerkschaftssekretärin in Aalen, und Saskia Jürgens von der Partei Die Linke. Dem Aufruf folgten mehr engagierte Menschen, als sie gedacht hatten. „Die aktuelle Situation hat uns zu diesem Aufruf gebracht“, erklärte Jürgens und meinte damit, „dass die AfD immer mehr Stimmen gewinnt – in Berlin zum Beispiel 15 Prozent“. Und die Tendenz weise in Richtung 20 Prozent rechtspopulistischer Stimmen. So mache der Flyer der AfD mit dem Slogan „Mit syrischem Pass macht einwandern Spaß“ Stimmung gegen Migranten. Als Fake habe sie diesen zuerst betrachtet – aber nein, er komme von der AfD. Dieser Flyer sei menschenverachtend.
So habe man sich zur Gründung eines Bündnisses getroffen, um mit gemeinsamen Aktionen diesen Tendenzen entgegenzuwirken. In Aalen bestehe ein solches Bündnis bereits und laufe gut. Informationen zur Flüchtlingspolitik und deren Ursachen müssten besser kommuniziert werden. Grundsätzlich stimme er zu, sagte Gewerkschafter Joschi Moser, aber man solle auch vor der eigenen Tür kehren. Denn immer noch gebe es sexistische und rassistische Leichtfertigkeiten auch in Gewerkschaftskreisen. Hier gehöre ein Riegel vorgeschoben.

Ziel: möglichst früh aufklären
VHS-Leiterin Ingrid Hofmann teilte mit, dass die Volkshochschule schon einiges in dieser Richtung unternommen habe. „Ich begrüße das Bündnis“, sagte sie. Schon seit Jahren stehe in der VHS interkulturelle Kommunikation im Programm.
Weitere Stimmen aus der Runde sprachen sich für mehr gesellschaftspolitische Bildung aus. Bei der Jugend müsse man ansetzen, um schon im Vorfeld für Aufklärung zu sorgen. Peter Müller, Geschäftsführer der IG-Metall, sagte, dass er sich schwer tue mit der AfD. Hier gehe es um Rassismus und Homophobie. So habe man die Verantwortung für die AfD-Erfolge zum Teil bei der Gewerkschaft gesucht. „Aber das ist nicht so“, verwahrt sich Müller. Sondern es müssten mehr Themen enttabuisiert werden. Dafür müsse eine neue Diskussionskultur geschaffen werden.
„Auf jeden Fall braucht es erste Schritte im Bündnis“, sagte Ingrid Hofmann zum konkreten Vorgehen. Dazu müsse geklärt werden, was der Einzelne beitragen könne und wie man sich am besten vernetze. Außerdem müsste bei allen verschiedenen Aktionen der gemeinsame Nenner klar werden: „Es gibt ein Bündnis gegen Rassismus.“
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© Gmünder Tagespost 27.09.2016 22:09