Bonuskarte wichtig für den schmalen Geldbeutel

28. November 2019  Gemeinderat, Presse, Redaktion, Sebastian Fritz

Schwäbisch Gmünd. Die Bonuskarte der Stadt Schwäbisch Gmünd soll für Menschen mit schmalem Budget die Teilnahme am kulturellen, sportlichen und sozialen Leben erleichtern oder erst möglich machen. Zurzeit können die insgesamt rund 500 Karteninhaber auf neun städtische und vier externe Angebote zurückgreifen.

Im Sozialausschuss des Gemeinderats gibt es weitere Wünsche. So möchte Sebastian Fritz (Linke) Ermäßigungen fürs Hallenbad und Freibad. Dazu Verbesserungen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Bis zur Klärung, ob ein 365-Euro-Ticket für diesen Personenkreis eingeführt werden kann, sollen die Busunternehmen in die Bresche springen und Inhabern von Bonuskarten die Fahrt für einen Euro ermöglichen. „Nicht einfach, aber ein richtiger Ansatz“ ist das für den Ersten Bürgermeister Dr. Joachim Bläse. Das Seniorenticket könnte bis September 2020 eingeführt werden. Wie das für Bonuskarten-Nutzer aussehen wird, ist noch offen. Bläse unterstützt auch den Rabatt bei den Bäderbetrieben. „Jeder soll in Schwäbisch Gmünd die Gelegenheit haben, ins Freibad zu gehen.“ Der weitere Wunsch, die Touristik- und Marketing-GmbH könnte Eintrittskarten billig abgeben, die kurz vor Veranstaltungsbeginn noch da sind, lässt sich eher nicht umsetzen. „Unsere Veranstaltungen, von der Italienischen Nacht bis zum Weihnachtsmarkt, sind ohnehin kostenfrei“, sagt Geschäftsführer Markus Herrmann. Hinter den eintrittspflichtigen Ereignissen stünden immer private Veranstalter. Die wollten ihre Karten bis zum Schluss an der Abendkasse anbieten.

Birgit Schmidt von der Koordinationsstelle „Lokales Bündnis für Familien“ erläutert in der Sitzung die Entwicklung der Bonuskarte. Bis jetzt können Inhaber Angebote der Stadtbibliothek, des Kulturbüros, der Musikschule, Volkshochschule, T&M, bei Museen, Sport-Spaß und Kindersportschule „Kiss“ sowie beim „Mittagstisch unter d’Leut“ nutzen. Außerdem beim DRK-Second-Hand-Laden, der also-Möbelbörse, im Esperanza und Zappa. Auch Birgit Schmidt wünscht sich Verbesserungen beim ÖPNV, „denn wer nicht in die Stadt kommt, kann die Angebote auch nicht nutzen“, sagt sie. Elena Risel (CDU) unterstreicht den Wunsch, Bonuskarten-Inhaber einen günstigen Tarif fürs Hallenbad und Freibad zu ermöglichen. Bonuskarten erhalten in Schwäbisch Gmünd Menschen mit einem Einkommen, das bis zu 35 Prozent über der Grundsicherung liegt.

© Gmünder Tagespost 27.11.2019 20:06