Bewusstsein fürs neue Hospiz schaffen

Das Hospiz des Klosters der Franziskanerinnen, das derzeit in der Bergstraße in Schwäbisch Gmünd entsteht, wird ein Hospiz für 23 Kommunen. Das macht Dieter Lehmann, Leiter des Amtes für Familie und Soziales, am Mittwochabend in der Sitzung des Verwaltungsausschusses des Gemeinderats deutlich. Denn 22 Kommunen um Schwäbisch Gmünd wollen dabei sein, die Einrichtung für Sterbebegleitung in der Bürgerschaft zu verankern. Das habe sich in der Sprengelsitzung der Bürgermeister am Mittwochmorgen gezeigt.

In den Orten sollen Bürger bei verschiedenen Aktionen und Veranstaltungen über das geplante Hospiz informiert werden. In diesem wird es acht Zimmer für Menschen in den letzten Tagen ihres Lebens geben, aber auch Platz für Trauergruppen. Die Bürger sollen die Einrichtung annehmen, sie möglicherweise sogar mit ehrenamtlicher Mitarbeit als Hospizhelfer oder mit Spenden unterstützen.

Das Geld für diese Aktionen und Veranstaltungen soll aus einem Programm des Landes namens „Quartier 2020 – Gemeinsam. Gestalten“ kommen, das innovative Quartiersprojekte fördert. Das Projekt, mit dem Gmünd und die Nachbarorte sich bewerben wollen, heißt „Ein Hospiz für 23 Kommunen – ein Bürgerprojekt“. Die beantragten Fördermittel machen 100 000 Euro aus. Hinzu kommen 27 000 Euro eigen Mittel der Orte.

Die Stadträte des Verwaltungsausschusses loben den Bau des Hospizes wie auch das Vorhaben, in der Bürgerschaft ein Bewusstsein dafür zu schaffen. „Die Menschen sollen das Hospiz annehmen und sich einbringen“, sagt CDU-Fraktionschef Alfred Baumhauer. „Dass in Gmünd ein stationäres Hospiz entsteht, ist längst überfällig“, erklären Grünen-Fraktionschef Gabriel Baum und SPD-Fraktionschefin Sigrid Heusel unisono. „Wir unterstützen das Projekt ausdrücklich“, betont Linke-Stadtrat Alexander Relea-Linder. Bürgerliste-Sprecher Ullrich Dombrowski lobt, dass die Einrichtung in der besonderen Atmosphäre des Klosters entsteht. Sie sei froh und dankbar, dass sich die Ordensschwestern des Themas annehmen, sagt Fraktionschefin Karin Rauscher von den Freie Wähler Frauen. Sie fragt, ob acht Plätze für 23 Kommunen nicht zu wenig seien. So solle der familiäre Charakter der Einrichtung erhalten bleiben, erklärt Kloster-Geschäftsführer Manfred Welzel. Doch es bestehe die Möglichkeit zu erweitern.

Die Pläne für das Kloster-Hospiz in der Bergstraße in Schwäbisch Gmünd in Zahlen

  • 8Zimmer entstehen in dem neuen Hospiz beim Kloster der Franziskanerinnen in der Bergstraße 20. Zudem ein Versammlungsraum unter anderem für Trauergruppen.
  • 960Quadratmeter soll das Hospiz umfassen – einschließlich des Verwaltungstrakts, der in einem bestehenden Klostergebäude eingerichtet wird.
  • 18Monate Bauzeit sind für den Neubau veranschlagt. Am 21. Oktober war der erste Spatenstich, die Klostergemeinschaft rechnet im Frühjahr 2021 mit der Inbetriebnahme.
  • 4,5Millionen Euro soll der Bau des Hospizes insgesamt kosten. 95 Prozent der Investitionen tragen die Krankenkassen, den Rest der Betreiber. Wobei die Klostergemeinschaft mit etwas mehr Eigenanteil rechnet – mit rund 400 000 Euro, weil manches großzügiger bemessen sein wird, als das Gesetz es vorsieht.
  • 1,3Millionen Euro Betriebskosten sind pro Jahr für die Einrichtung vorgesehen, die für Besucher kostenlos ist. Die Hauptlast tragen die Krankenkassen. Die Klostergemeinschaft geht von 120 000 Euro Eigenanteil pro Jahr aus. Dafür sammelt sie Spenden.

Spenden für das Kloster-Hospiz der Franziskanerinnen gehen auf das Konto IBAN DE94 6145 0050 1001 1333 53 bei der Kreissparkasse Ostalb.

© Gmünder Tagespost 06.11.2019 22:40