Besuch ohne Trasseninitiative

Zu Gast vor der Pressehütte Mutlangen: MdB Heike Hänsel (Mitte), in Begleitung der Kandidaten Jörg Drechsel (4. v. l.) und Dieter Köhler (3. v. r.).  (Foto: Laible)

Zu Gast vor der Pressehütte Mutlangen: MdB Heike Hänsel (Mitte), in Begleitung der Kandidaten Jörg Drechsel (4. v. l.) und Dieter Köhler (3. v. r.). (Foto: Laible)

Sie ist sich sicher: Es gibt Alternativen für die bisherige parlamentarische Arbeit. Ob es um die Stromtrasse durch Großdeinbach geht oder um internationale Fragen wie Auslandseinsätze der Bundeswehr spiele keine Rolle. Heike Hänsel, MdB der Linke, besuchte am Freitag den Dorfladen in Großdeinbach. Und diskutierte danach ausführlich mit Mitgliedern der Pressehütte Mutlangen.

 

VERONIKA KANZLER

Schwäbisch Gmünd/Mutlangen. Geplant für die Linke-Abgeordnete Hänsel war ein Treffen mit der Bürgerinitiative gegen die 380-kV-Leitung auf der geplanten Trasse durch Großdeinbach. „Leider ist niemand von der Initiative gekommen“, bedauerte Linke-Gemeinderat Sebastian Fritz. Dafür habe Ortsvorsteher Gerhard Maier einen Überblick über das Projekt gegeben.

Hänsel, die begleitet wurde von den Bundestagswahlkandidaten für Schwäbisch Gmünd/Backnang, Jörg Drechsel, und für Aalen/Heidenheim, Dieter Köhler, hat dazu eine klare Meinung: „Das unterstützen wir auf keinen Fall.“ Es sei nicht hinnehmbar, dass Kabel in einer Höhe von 80 Metern und noch dazu keine dezentrale Energien liefern. „Dieser Strom würde durch ganz Deutschland transportiert werden, das ist nicht in Ordnung“, sagte sie. Und Fritz fügte hinzu: „Die Linke hat 2009 gemeinsam mit den Grünen gegen ein solches Gesetz gestimmt.“ Hätten sich die Parteien damals durchsetzen können, dürfte eine solche Trasse nicht gebaut werden.

Das Mittagessen in der Pressehütte wurde von einer regen Diskussion begleitet. Die Mitglieder der Pressehütte stellten einige Fragen an die Politiker. Ein großes Thema war vor allem die Einstellung der Linke zur Bundeswehr – auch in Bezug auf das aktuelle Thema Syrien. Hänsel stellt klar, dass für sie nur eine politische Lösung infrage kommt: „Ich hatte Gespräche mit Oppositionellen aus Syrien, auch diese Menschen sind keine Befürworter einer militärischen Intervention.“ Lieber solle man die Aktivisten bei ihrer Arbeit unterstützen. Schade finde sie, „dass die Grünen einst Pazifisten waren, jetzt aber bei fast jedem Entschluss für die Auslandseinsätze der Bundeswehr stimmen“. Die Interessierten Bürger stellten auch persönliche Fragen. Wie es sich beispielsweise anfühle, Linke-Bundestagsabgeordnete zu sein. „Im Entwicklungsausschuss sind wir ein eingeschweißtes Team, machen viele Reisen zusammen und verstehen uns recht gut“, erzählte sie. In der Partei gebe es Menschen, mit denen sie gut auskomme. „Natürlich aber auch andere“, fügte sie schmunzelnd hinzu. Trotz allem sei es für sie am Anfang überraschend gewesen, als ein Politiker ihre Partei als „verantwortungslos“ beschimpft habe, und alle Mitglieder des Bundestags Beifall geklatscht hätten. „Damit muss man leben können und es als interessante Erfahrung verbuchen“, schloss Hänsel locker.

© Gmünder Tagespost 30.08.2013