Aushängeschild für Gmünd

Schwäbisch Gmünd. Das Festival Europäische Kirchenmusik (EKM) ist ein inzwischen grenzüberschreitendes Aushängeschild für Gmünd und spricht mit immer neuen Angeboten inzwischen auch jüngere Menschen und längst nicht nur Musikliebhaber an. Das wurde deutlich, als der Verwaltungsausschuss am Mittwoch über den Finanzplan für die Festival-Auflage 2021 beriet. Die Bilanz des Festivals 2019 brachte die Stadträte wieder zum Schwärmen.

Die EKM habe auch 2019 neue Besucher hinzugewonnen, sagte der Leiter des städtischen Kulturbüros, Ralph Häcker. Intendant Claus Stemmler legte einen auch wirtschaftlichen Erfolg dar: Die Veranstaltungen waren mit 14 000 Besuchern zu 95 Prozent ausverkauft. Dieses Festival gehe inzwischen weiter über einen Orgelsommer hinaus und sei von Angebot und Besuchern her jünger geworden, lobte Christian Baron (CDU). „Es wird immer besser“, fand Gabriel Baum (die Grünen) und lobte eine gute Mischung aus Jungem und Altem.

Weiterhin innovative Veranstaltungen aufzunehmen, riet Sigrid Heusel (SPD). Mit der EKM spiele Gmünd in der ersten Liga solcher Festivals mit. Alexander Relea-Linder (Linke) lobte, dass das Festival auch aktuelle Themen und Darstellungsformen aufgreife. Eine bundesweite Ausstrahlung stellte auch Karin Rauscher (FWF) fest. Es sei richtig, auch das junge Publikum anzusprechen. Brigitte Abele war der Meinung, die EKM bringe die Stadt nach vorne. Die Gmünder Stadträte bekamen auch einen Ausblick auf die Jahre 2020 und 2021.

2020 läuft das Festival unter dem Motto „Ich & Wir“ vom 15. Juli bis 9. August. Übergreifendes Thema ist das Zusammenleben in der Stadt. Gegenseitiges Verständnis, so die EKM-Planer, sei in einer Stadt unabdingbar. Die Musik, auch die Kirchenmusik, spiele dabei eine wichtige Rolle. Unter anderem im Programm: Zur Eröffnung kommt der internationale Star-Countertenor Philippe Jaroussky zusammen mit L’Arpeggiata/Christina Pluhar. Erstmals gastiert der Tölzer Knabenchor in Gmünd, der amerikanische Dirigent und Bach-Spezialist Joshua Rifkin präsentiert große Bach-Motetten. Dem Schwarmverhalten widmet sich die Tanzperformance „Boids“ der Tanzkompagnie Moritz Ostruschnjak. Abschluss: ein multikulturelles Fest mit Weltmusik der Kulturen.

2021 läuft das Festival unter dem Arbeitstitel „Gott und die Welt“. Es geht um Erfahrungen von Gegenwart und Abwesenheit Gottes. Auf dem Programm steht unter anderem Bachs große Matthäuspassion mit dem Windsbacher Knabenchor und dem Freiburger Barockorchester als Koproduktion mit der Bachwoche Ansbach. Der deutsche Kammerchor und das Württembergische Kammerorchester Heilbronn präsentieren „Stabat Mater“ von James McMillan und „Metamorphosen“ von Richard Strauss. Der New Yorker Starorganist Nathan Laube kommt ebenso wie das Intrada Vokalensemble Moskau, das britische Vokalensemble Voces 8 und das Ingenium Ensemble aus Slowenien. Geplant sind Auftritte der Philharmonie Brünn und des Barnsley Youth Choir.

© Gmünder Tagespost 09.10.2019 21:59