Aufbruch ohne Fläche?

Politik und Wirtschaft Fraktion der Linken schreibt an Häußler.

Schwäbisch Gmünd. Die Fraktion der Linken im Gemeinderat mit Sebastian Fritz als Sprecher, nimmt wie folgt Stellung zur Antwort der Landtagsabgeordneten Martina Häussler in Sachen Flächenverbrauch: „Der Verweis auf die Bundesgesetzgebung an der Stelle ist natürlich sachlich richtig, aber wir hätten uns dennoch mehr erwartet. Sie schrei-
ben, Vertreter der Kommunen seien „sich einig, dass sie Flächenverbrauch reduzieren und neben ökonomischen auch ökologische und soziale Kriterien bewerten müssen.“ Diese Einschätzung teilen wir nicht. Allein der Blick auf den Flächenverbrauch der Stadt Schwäbisch Gmünd zeige, dass von 2010 bis 2020 (Quelle: Statistisches Landesamt) weitere 108 Hektar für Wohn-, Gewerbe- und Verkehrsfläche hinzukam. „Das entspricht mehr als 77 Fußballfeldern. In der Fortschreibung des Flächennutzungsplans sind aktuell weitere 262 Hektar in den nächsten 15 Jahren vorgesehen.
Daher können wir eine Einsicht nicht erkennen.“


Das Land soll moderieren.
Weiterhin möchte die Fraktion Martina Häußlers Unterstützungsangebot annehmen: „In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates ging es um den Gewerbepark Aspen. Wir wissen, dass zum Beispiel der ortsansässige Automobilzulieferer Bosch bis 2026 an die 2000 Stellen abbauen möchte.“ Da deshalb wohl weniger Fläche für die
Produktion benötigt werde, will die Linke wisse, wie die Landesregierung bei diesem Prozess der Umwandlung stillgelegter Produktionsflächen für neu anzusiedelnde Betriebe den Kommunen behilflich sein kann. Interessant
fände die Fraktion, zu wissen, welche Bedeutung das Industriegebiet Aspen für die Landesregierung hat und wie dies mit dem im Koalitionsvertrag formulierten Ziel, den Flächenverbrauch in Baden-Württemberg bis 2035 auf maximal 2,5 ha/Tag zu reduzieren, zu erreichen ist.
Schließlich wünscht sich die Linke, dass das Land am Beispiel einer „Modellkommune“ Schwäbisch Gmünd diesen Prozess angeht mit dem Ziel der Arbeitsplatzsicherung zusammen mit wirtschaftlichem Aufbruch, bei dem die Ökologie nicht aus den Augen verloren wird. Als Moderator könne das Land zeigen, dass die selbst gesteckten Ziele
auch mit notwendigen wirtschaftlichen Veränderungen zusammenzubringen sind.

Copyright Gmünder Tagespost, 31.12.2021