„Auch niedrige Mieten nötig“

09. März 2015  Gemeinderat, Presse, Redaktion
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Die Suche nach einer Wohnung mit bezahlbarer Miethöhe ist für viele Menschen auch in Gmünd ein Problem. Die Sprecherin des Mietervereins, Maria Wamler, fordert auch günstigen Wohnraum. (Foto: Laible)

In Gmünd entstehen viele gehobene Wohnmöglichkeiten. Doch die Stadt sollte auch verstärkt darauf achten, bezahlbare Mietwohnungen zu schaffen. Das fordert die Vorsitzende des Gmünder Mietervereins, Maria Wamsler, im Gespräch mit dieser Zeitung. Rathaussprecher Markus Herrmann dazu: „Das ist einer unserer großen Politikschwerpunkte.“

Wolfgang Fischer

Schwäbisch Gmünd. „Es gibt Mietwohnungen in Gmünd, aber es ist eine Frage des Preises“, sagt Maria Wamsler. Zwar gebe es in Gmünd keine Mietsteigerungen um 20,30 Prozent wie in Ballungsräumen, dennoch: „Zunehmend fehlt bezahlbarer Wohnraum.“ Das erfährt Maria Wamsler immer wieder in ihren Beratungen für Mieter. Gerade in Stadtnähe werde es immer schwerer, eine gute und zugleich bezahlbare Wohnung zu finden. Sehr schwer sei es für große Familien und Sozialschwache.

Durchschnittlich 5,68 Euro Miete je Quadratmeter
Zunehmend, so Wamslers Erfahrung, kehren ältere Menschen wieder zurück in die Stadt und suchen dort Wohnungen. Die Stadt und private Investoren bemühten sich auch, diese Nachfrage zu stillen. Das Projekt „Mörike-Park“ nennt sie als Beispiel dafür, dass höherwertige und höherpreisige Wohnungen gebaut werden. Die durchschnittliche Netto-Miete je Quadratmeter liegt in Gmünd laut Mietspiegel bei 5,68 Euro. Hinzu kämen in manchen Fällen horrende Nebenkosten, weil die Wohnung beispielsweise schlecht gedämmt ist. Für die Repräsentantin des Mietervereins folgt daraus: „Die Stadt und die VGW sollten auch preisgünstiges Wohnen wieder anbieten.“ Zum Beispiel könnten in älteren Häusern durch Sanierungen durchaus wieder akzeptable Wohnungen entstehen.
Auch die Linke-Fraktion im Gemeinderat hat das Thema aufgegriffen: „Insgesamt lässt sich für die Stadt feststellen, dass es eine nicht zu unterschätzende Verdrängung auf dem Wohnungsmarkt gibt“, sagte Fraktionssprecher Sebastian Fritz in seiner Haushaltsrede. Er forderte die Verwaltung daher auf, „Vorschläge zur Entspannung der Situation“ vorzulegen.
Das kann die Stadtverwaltung nach eigenen Angaben. „Das ist einer unserer großen Politikschwerpunkte“, sagt Rathaussprecher Markus Herrmann. Die VGW saniere viele Wohnungen, die adäquaten Wohnraum bieten. Zudem gebe es durchaus auch Wohnungen, die leer stehen und nur schwer zu vermieten seien – zum Beispiel, weil sie keinen Balkon oder Terrasse zu bieten haben. Deshalb habe die Verwaltung das Programm „1000 Balkone“ angestoßen, damit die Vermieter solche Wohnungen aufwerten können. Neben diesem eher auf Sofortwirkung ausgelegten Programm gebe es mehrere längerfristige Planungen, um das Angebot an bezahlbarem Wohnraum in Schwäbisch Gmünd zu verbessern.