Auch in Stadtteilen dichter bauen?

Schwäbisch Gmünd. Der Platz für neue Häuser wird knapper. Soll Bauherren deshalb auch in Neubaugebieten in den Stadtteilen vorgeschrieben werden, dass sie zum Beispiel zweigeschossig bauen müssen? Über diese Frage kam es am Mittwoch im Gemeinderat zu einer hitzigen Debatte. Anlass war der anstehende Entwurfsbeschluss für das Baugebiet „Gmünder Feld III“ in Herlikofen. Dort sollen auf zwölf Bauplätzen 14 Wohneinheiten entstehen. Ortsvorsteher Thomas Maihöfer berichtete, dass er über 300 Anfragen von Bauinteressenten habe, erste Familien seien bereits in umliegende Gemeinden gezogen, wo sie Bauplätze bekamen. Der Bebauungsplan erlaubt im dritten Abschnitt des Gmünder Felds auch zweigeschossiges Bauen. Doch angesichts der knapper werdenden Bauflächen stellte SPD-Stadtrat Johannes Zengerle für seine Fraktion den Antrag, zweigeschossiges Bauen in diesem Gebiet vorzuschreiben, um die Flächen besser zu nutzen. Baubürgermeister Julius Mihm und OB Richard Arnold sagten voraus, dass bauwillige Familien diese Vorschrift nicht akzeptieren und eher wegziehen würden. Herlikofen und auch die anderen Stadtteile realisierten in den Ortsmitten durchaus verdichtetes, mehrstöckiges Bauen. Karl Miller (Grüne) kritisierte ebenfalls die geplanten Vorgaben des Bebauungsplans: Deutlich höhere ökologische Standards sollten festgeschrieben werden. Prof. Dr. Andreas Benk meldete den Widerstand der Linke-Fraktion an: Auch das Regierungspräsidium und sogar der Bauernverband kritisierten die mangelnde Verdichtung in diesem neuen Abschnitt des Gmünder Felds. Dr. Constance Schwarzkopf-Streit (FWF) anerkannte die Bemühungen Herlikofens um verdichtetes Bauen im Ortskern. Ullrich Dombrowski (BL) und Dr. Peter Vatheuer wandten sich dagegen, den Bauherren zwei Geschosse vorzuschreiben. Außerdem, so Helmut Geiger (CDU), wäre ein solcher Beschluss „eine Abwatschung“ des Ortschaftsrats. Letztlich fand der SPD-Antrag keine Mehrheit, wohl aber der von der Verwaltung vorgeschlagene Entwurfsbeschluss.

© Gmünder Tagespost 23.10.2019 21:14