Arnold richtet den Blick aufs Jahr 2018

21. Dezember 2017  Gemeinderat, Presse, Redaktion

Zwischen Maronensuppe und weihnachtlichem Tiramisu mit Spekulatius und Glühweinzwetschgen und bei mitunter poetisch-sanften Klängen des Barden Harald Immig vom Hohenstaufen: Oberbürgermeister Richard Arnold und die Bürgermeister Dr. Joachim Bläse und Julius Mihm wünschen Gmünds Stadträten beim Jahresabschluss im Stadtgarten ein frohes Fest. Weihnachten, sagt Arnold, sei das Fest der Versöhnung. Der Oberbürgermeister spielt damit auch, vermutlich aber nicht nur, auf eine der letzten Abstimmungen im Gemeinderat an. Als – zur Verblüffung der Stadtspitze – die Linke-Fraktion mit der CDU-Fraktion gestimmt hatte, für eine Testphase beim Verkehrskonzept „Ums Stöckle“.

Wer wollte, durfte als Hauptgang vegetarisch „Getrüffelte Fettuccine mit Parmesan“ genießen, die dem Fleisch zugeneigten bekamen „Rinderfilet am Stück gebraten an Cidre Jus mit Speckbohnen und Pommes Dauphine“ serviert. Und launige Worte des Stadtoberhauptes. Ein herzliches Dankeschön richtete dieser nicht nur an die Stadträte und Ortsvorsteher, sondern vor allem an deren Partner, die ihrerseits viele Stunden auf ihre Gattinnen und Gatten verzichten für deren ehrenamtliches Engagement im Dienste der Stadt.

Die Stadt. 2017 sei ein erfolgreiches Jahr für diese gewesen, sagt Arnold. Allerdings: Die Stadträte der vergangenen Legislaturperiode, also von 2009 bis 2014, seien fleißiger gewesen. Hätten mehr Sitzungen gehabt. Der jetzige Gemeinderat habe aber, bis zur nächsten Kommunalwahl 2019, noch eineinhalb Jahre Zeit. Und könne aufholen. Nichtsdestotrotz: Arnold verweist auf 81 Sitzungen mit 279 Vorlagen. Die die Stadträte gelesen hätten. Zu denen sie eine Haltung entwickelt hätten. „So eng, so gut wie wir zusammenarbeiten, das ist etwas Besonderes“, sagt der Oberbürgermeister den Stadträten. Gmünd komme schnell voran, weil diese kritisch seien, konstruktiv seien. „Keine neuen Schulden machen, Schulden tilgen“, dies nennt der OB als Maxime fürs laufende Jahr, für folgende Jahre. Dies sei leicht gesagt, aber eine gewaltige Aufgabe bei Ausfällen, wie Gmünd sie bei der Gewerbesteuer habe. Fünf Millionen Euro weniger als kalkuliert. Gleichzeitig würden die Aufgaben der Kommunen zunehmen. Bei den Themen Wohnen, Pflege, Teilhabe, Digitalisierung, Integration. Nicht zunehmen hingegen würde das Geld, das Kommunen dafür von Bund und Land bekommen. Wenn sich Deutschland, wie aktuell, „Sondierungen, Sondierungen, Sondierungen“ leiste, gehe das nur, weil die Kommunen ihre Arbeit tun, funktionieren. Er spüre schon, sagt Arnold, dass oft diejenigen gelobt würden, die keine Verantwortung übernähmen. Und er höre schon immer wieder die Sätze, die nicht helfen bei der Integration, der Bildung von Gemeinschaft. Deshalb sieht Arnold die Verwaltung und die Stadträte eher „im Maschinenraum“ der Stadt Gmünd, nicht „auf dem Sonnendeck“. Gerade in einer solchen Situation geht es für den OB darum, „nicht zu verzwergen, zu verschmälern, was wir erreicht haben“, sondern darauf aufzubauen – mit Blick auf Herausforderungen wie Digitalisierung und Finanzen sowie auf Perspektiven wie die Remstal-Gartenschau 2019.

© Gmünder Tagespost 21.12.2017 11:19