Arabische Schrift nicht störend

IMG_0859Schwäbisch Gmünd. Die Mehrheit der Fraktionssprecher im Gemeinderat hält die arabischen Schriftzeichen am Barbershop am Marktplatz nicht für störend. Dies ist der Tenor einer Umfrage der Gmünder Tagespost. Aus dem Rahmen fällt dabei die CDU-Fraktion: „Für die CDU-Fraktion heißt Integration nicht das friedliche Nebeneinander verschiedener Gruppen, sondern ein Zusammenhalt in einer Stadtgesellschaft, die vielfältig ist, aber in der Menschen unterschiedlicher Herkunft miteinander zusammenleben“, sagt Christian Baron (CDU). Dazu gehöre als Klammer die deutsche Sprache. Und weiter: Auch wenn ein Schriftzug nicht überbewertet werden solle, „so ist es doch das falsche Signal einer Parallelgesellschaft.“ Der Schriftzug tue der Integration keinen Abbruch, sagt Sigrid Heusel (SPD). Wichtiger sei, dass die Menschen einer Stadtgesellschaft an deren Leben teilnehmen. Und dass sie die deutsche Sprache sprechen.
„Bei uns regt sich über den Schriftzug niemand auf“, sagt Gabriel Baum (B 90 / Grüne). Ein offenes Gmünd, das Menschen aller Kulturen willkommen heiße, müsse den Menschen anderer Kulturen auch den Raum geben, so etwas zu machen. Auch Ullrich Dombrowski (Bürgerliste) hält den Schriftzug in dieser Form „nicht für störend“. Es sei Realität, dass es hier Mitbürger aus dem arabischen Raum gebe. Deren kulturelles Leben könne auch eine Bereicherung sein. Aus einer Aufschrift müsse man nicht gleich eine Grundsatzdiskussion machen, sagt Karin Rauscher (FWF). Sie habe diesen Schriftzug bislang nicht für so bedeutend gehalten. Eine Stadt im Wandel, bedingt durch Einwanderung, zeige sich auch im Stadtbild, sagt Sebastian Fritz(Die Linke). Und: „Wir können dies aushalten.“ Die arabische Schrift war Thema geworden, nachdem ein Bürger im Gemeinderat gefragt hatte, ob so nicht die Identität eines schwäbischen Marktplatzes aufgeweicht werde?

© Gmünder Tagespost 18.03.2017 13:35