Antworten fehlen

19. Februar 2011  Redaktion

„Zur Podiumsdiskussion Stuttgart 21 schreibt die GT am 16. Februar sinngemäß: Keiner der Landtagskandidaten wusste Antwort auf die Frage nach der Höhe des Bruttoinlandsprodukts von Baden-Württemberg. Dass nicht einmal der Staatssekretär für Finanzen, Stefan Scheffold, diese wichtige Kennzahl kannte, scheint nur auf den ersten Blick verwunderlich. Auch bei anderen Fragen wurde ein eklatanter Mangel an Fachkenntnis sichtbar. So bezifferte er die Ausstiegskosten für S21 auf zwei bis drei Milliarden. Tatsächlich belaufen sie sich gerade mal auf zirka 500 Millionen, wie die Fakten-Schlichtung zeigte.Durch sachkundige Fragen und die Ausführungen von Felix Kreys vom VCD (Umwelt, Verkehr und nachhaltige Mobilität) in die Enge gedrängt, musste er zugeben, dass S21 entgegen seiner Behauptung keinen Nutzen für die Remstal-Strecke bringt. Auch seine Behauptung, der Tiefbahnhof S21 werde von der EU bezuschusst, musste er nach Vorhaltung von Brigitte Abele zurücknehmen. Als er beklagte, bei einem so weit fortgeschrittenen Projekt sei in dieser Phase ein Bürgerentscheid nicht mehr sinnvoll, wusste er keine Entgegnung auf den Vorwurf, dass seine CDU durch Verfahrenstricks seit vielen Jahren eine Bürgerbeteiligung verhindert hat. Scheffolds Behauptung, für den von S21-Gegnern propagierten Kopfbahnhof gebe es keine Pläne, wurde durch Klaus Gebhard von den Parkschützern, der diese Pläne detailliert vortrug, geradezu pulverisiert. Selbst Volker Kefer von der Bahn hatte in der Schlichtung eingeräumt, dass die Pläne für K21 umsetzbar sind. Auch musste Herr Scheffold auf Nachfrage einräumen, dass Stuttgart auch ohne S21 weiterhin auf der „Magistrale“ Paris – Bratislava liegen würde. Bella Figura machte Herr Scheffold nur durch seinen Maßanzug und seine sonore Stimme. Der GT gebührt Dank dafür, dass sie uns Bürgern Gelegenheit gab, den Kandidaten auf den Zahn zu fühlen. Schade nur, dass keine Zeit blieb, zu erörtern, dass der geplante Tiefbahnhof niemals behindertengerecht und verkehrstauglich realisiert werden kann. (…) Schon jetzt ist abzusehen, dass allein S21 mit den erforderlichen Nachbesserungen acht Milliarden Steuergelder kosten wird. K21 wäre für einen Bruchteil davon machbar.“
Harald Seiz, Schwäbisch Gmünd