Anfrage zum Klimagutachten

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

unserer neuen Fraktion sind im Zusammenhang mit Ihrer zurückliegenden Präsentation im Gemeinderat Fragen aufgetaucht. Wir hatten in der vergangenen Legislatur die Ausrufung des Klimanotstands für Schwäbisch Gmünd beantragt, um ein deutliches Zeichen zu setzen und das konkrete, im Antrag enthaltene Ziel, bis 2036 klimaneutral zu werden, anzustreben. Leider hat dieser Antrag im „alten“ Gemeinderat keine Mehrheit gefunden. Wir sind nach wie vor der Auffassung, dass wir handeln und möglicherweise auch bisherige Planungen auf ihre Klimaverträglichkeit hin überprüfen müssen. In Ihrer Präsentation hatten Sie erwähnt, dass das Klimaschutzteilkonzept zum Flächen-nutzungsplan, welches die Stadt in Auftrag gegeben hat, ab einer Fläche von größer / gleich 0,5 ha angewendet wird.
Wie wir wissen, plant der Schönblick ein Pflegeheim im Stadtteil Rehnenhof. Nach der bisherigen Planung wäre damit die Rodung und dauerhafte Versiegelung einer Waldfläche verbunden. Dieses Vorhaben erscheint uns angesichts immer neuer Studien zur Klimaerwärmung und zur wichtigen Funktion des Waldes, als aus der Zeit gefallen.

In der Vorlage an den Bau- und Umweltausschuss zum Klimaschutzteilkonzept steht zu den Waldflächen:

Insbesondere bei sommerlichen Hitzeperioden spielen diese Flächen eine wichtige Rolle für das städtische Klima, da sie in der Regel eine kühlende Wirkung entfalten. Am Tag dienen vor allem die innerstädtischen Grünflächen und Wälder als Ausgleichsräume für die überwärmten Siedlungsbereiche. In der Nacht erfüllen vor allem Frei- und Ackerflächen eine bedeutende Funktion für den nächtlichen Kaltlufthaushalt. In […] Schwäbisch Gmünd […]
gibt es insgesamt acht verschiedene Kaltluftleitbahnen und diverse Hangbereiche, über die in der Nacht flächenhaft Kaltluft abfließen kann. Fast zwei Drittel (61,5 %) der Siedlungsflächen in der Verwaltungsgemeinschaft befin-den sich im Kaltlufteinwirkbereich.

  1. Uns würde daher interessieren, ob die angedachte Waldfläche im Rehnenhof unter den 5000 Quadratmetern bleibt und damit nicht untersucht wird oder ob sie Teil der   Untersuchung ist.
  2. Bezieht sich die Größenvorgabe auf die jeweilige Fläche des Bebauungsplanes oder nur auf die Fläche, die das Gebäude in Anspruch nimmt?
  3. Wie ist der Zeitplan für das Bauvorhaben „Pflegeheim Schönblick“?
  4. In der Vorlage vom 12.12.2018 für den Bau- und Umweltausschuss findet sich nichts zu den Größenvorgaben für die Untersuchung. Nach welchen Kriterien wurde diese gewählt? Immerhin entsprechen 5000 Quadratmeter einem Baugebiet von 8-10 Bauplätzen und stellen nach unserer Ein- schätzung daher eine beachtenswerte Größe dar.

 

Stellvertretend für die Fraktion

Sebastian Fritz
(Fraktionsvorsitzender)