An der Zeiselberg-Gaststätte wird nicht mehr gerüttelt

Die Pläne, nach denen Lammbrauer Andreas Kunz die Gaststätte auf dem Zeiselberg bauen kann, werden nicht mehr verändert. Die Mehrheit des Gemeinderats stimmte am Mittwoch dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das Projekt zu. Dagegen stimmten acht Stadträte der FWF, der Linken und der Grünen, drei Grüne-Stadträte enthielten sich. Eine erneute Diskussion über das umstrittene Projekt hatte es nicht mehr gegeben, nach den Stellungnahmen jeder Fraktion wurde abgestimmt.

Sämtliche Zuhörer-Plätze waren gefüllt, Oberbürgermeister Richard Arnold freute sich eingangs über „das rege Interesse seitens der Bürgerschaft“.

Die vorgesehene Bebauung sei „nicht überzogen, im Gegenteil“, so begründete Christof Preiß die Zustimmung der CDU-Fraktion. Der Abstand zur Nachbarschaft sei sogar größer als zunächst geplant. Die Stadt könne froh sein, dass sich mit Andreas Kunz ein Investor gefunden habe. Die Bevölkerung wünsche sich auf dem Zeiselberg ein Lokal mit deutscher Küche und Biergarten.

SPD-Fraktionsvorsitzende Sigrid Heusel machte klar, dass nur das Bauvolumen in der Diskussion stehe. Die Planung sei mehrfach geändert worden, ihrer Meinung nach „passt“ die nun vorgesehene Größe, eine von der Bürgerinitiative (BI) befürchtete XXXL-Gastronomie werde nicht entstehen. Dennoch sei der Einsatz der BI wichtig gewesen. Über die Terrasse an der Südwest-Seite müsse nochmal gesprochen werden. Heusel: „Das wird ein sehr schöner Ort.“

Reges Interesse seitens der Bürgerschaft.

Richard Arnold,
Oberbürgermeister

Karl Miller (Grüne) sagte, dass seine Fraktion weiterhin grundsätzlich zu den Gastronomie-Plänen stehe. Auch das geplante Gebäude passe in die Umgebung. Die neu hinzugekommene Terrasse dagegen sei „deutlich überdimensioniert“. Die Auskragung von rund vier Metern könne seine Fraktion nicht mittragen. Auch missbillige sie die Behandlung eines Nachbarn in der vorherigen Sitzung. OB Arnold wandte ein, dass mit einer Zustimmung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan alle Details festgelegt würden.

Susanne Lutz (BL) stellte fest, dass der Zeiselberg seit 2016 58 Mal Thema im Gemeinderat gewesen sei. Ihre Meinung zur geplanten Bebauung: „Der Plan stimmt.“ Der Zeiselberg werde ein Pendant zum Salvator und ein Höhepunkt für die Gmünder. Es sei die Vollendung der Pläne für den Stadtumbau. Die Bürgerliste stimmte zu.

Die FWF-Fraktion hingegen nicht: Immerhin hätten die Stadträte vergangene Woche erstmals Pläne des neuen Gebäudes gesehen, sagte Constance Schwarzkopf-Streit. Die Alternativ-Planung der BI hätte besser gepasst. Sie bedauerte, dass die Stadtverwaltung keine weiteren Gespräche angebahnt hat.

Auch Linke-Sprecher Sebastian Fritz kritisierte, dass es keine weiteren Gespräche gab. Die Stadtverwaltung lasse Offenheit vermissen. Die geplante Bebauung werde den Zeiselberg, so wie er von den Bürgern geschätzt werde, vermissen.

Am Zeiselberg und drumherum wird weiter gebaut

Die Arbeiten für die Neugestaltung des Bereichs Zeiselberg/Deyhle-Areal/Imhofstraße können weitergehen. Der Gemeinderat vergab am Mittwoch Aufträge im Umfang von gut 2,3 Millionen Euro. Damit sind für weitere Maßnahmen in diesem Bereich noch 402 000 Euro übrig. Die nun vergebenen Aufträge umfassen: die Verbindung Königsturm/Deyhle-Areal/Imhofstraße; das Umfeld des Königsturms; Baumgarten und Baumgartenweg; Aussichtsplattform Zeiselberg; Kulturgarten; den Berg der Kinder mit Rutschturm und den Bürgerweg. Weitere Arbeiten am Zeiselberg sind noch nötig, um den Bereich für die Remstal-Gartenschau 2019 zu gestalten.
Kulturgarten, Bürgerweg sowie Berg der Kinder am Zeiselberg werden zur Gartenschau eingezäunt oder mit Toren versehen, dort muss Eintritt bezahlt werden. wof

© Gmünder Tagespost 02.05.2018 18:59