Alte Mülldeponie löst Besorgnis aus

SCHWÄBISCH GMÜND (hs). Ein grausamer Umgang mit der Natur offenbart sich im Laichle, nahe des Stadtteils Wetzgau, unweit vom zukünftigen TSB-Sportvereinszentrum entfernt. Und dies auch noch direkt an der Hangkante zum Landschaftsschutzgebiet Haselbachtal.
Stadtrat Andreas Dionyssiotis (Die Linke) zeigt sich gegenüber der Rems- Zeitung entsetzt und brachte das Thema auch am Mittwoch im Gemeinderat zur Sprache. Verwiesen wurde allerdings auf die Zuständigkeit der Umweltaufsichtsbehörden des Landratsamts.
Stadtrat Dionyssiotis war von Bürgern darauf aufmerksam gemacht worden, dass rund 40 Jahre nach Schließung der früheren Gmünder Hausmüll-, Sperrmüll- und Bauschuttdeponie die Ablagerungen offenbar zusehends wieder ans Tageslicht kommen. Augenscheinlich sind es Hangrutschungen und Erdbewegungen, die nun Einblick geben in Berge von Unrat, wie man sie im heutigen System der Abfallbewirtschaftung nicht mehr kennt.
Auch die Rems-Zeitung nahm das Gelände gestern in Augenschein. In der Tat zeigt sich im betroffenen Waldstück ein erschreckendes Bild von Plastikabfällen. Auch zahlreiche Pkw- und Lkw-Reigen sowie Fässer sind zu sehen. Einige Spuren lassen im Waldboden sogar Autowracks vermuten. Unheimlich das Ganze. Ältere Gmünder, so auch der Wetzgauer Ortsvorsteher Johannes Weiß, erinnern sich an den Betrieb der einstigen Deponie, die nicht nur von städtischen und privaten Müllfahrzeugen, sondern sehr rege auch von Abfall-Lkw der damaligen US-Garnison angefahren wurde. Für Kinder und Jugendliche war der Abfallberg ein Abenteuerspielplatz, auch mit spannenden Funden aus Militärbeständen.
Immer wieder stand die Müllhalde auch in Flammen, schmorte und rauchte tagelang vor sich hin.
Stadtrat Andreas Dionyssiotis will nun das Landratsamt auf eine aktuelle Begutachtung zu Fragen drängen, ob von der alten, offenbar völlig ungesicherten Mülldeponie Gefahr für Umwelt, Gesundheit und nachfolgende Generationen ausgeht. Im unmittelbaren Einzugsgebiet befinden sich auch die Bachläufe des Landschaftsschutzgebiets. „Ein untragbarer Zustand“, so urteilt er.

Copyright Rems Zeitung, 05.03.21