Alle Fraktionen wollen den Kreisel

Sebastian FritzSechs Plädoyers für einen Kreisverkehr auf der Pfitzerkreuzung gab es am Mittwoch in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses. Und Kritik an den Verkehrsplanern, deren Prognosen, so die Fraktionssprecher, nicht eingetroffen seien.

Kuno Staudenmaier

Schwäbisch Gmünd. Die Einigkeit war so groß, dass Bürgermeister Dr. Joachim Bläse den Vorschlag einbrachte, den Punkt erst gar nicht mehr in einer Woche zur Abstimmung in den Gemeinderat zu bringen. Die Räte waren damit einverstanden.
Drei Punkte hatte die CDU-Fraktion beantragt: die Prüfung, ob ein Kreisverkehr auf der Pfitzerkreuzung möglich ist, die Verlängerung des Bypass auf der Baldungkreuzung Richtung Aalen, die Einrichtung eines Bypass an der Glockekreuzung Richtung Aalen. Die Veränderung am Glockekreisel will die Stadt prüfen, so Dr. Joachim Bläse. die Verbesserung am Baldungkreisel werde schon umgesetzt.Kritik an den Verkehrsplanern
Stadtrat Celestino Piazza (CDU) sprach von neuen Rahmenbedingungen. Die Praxis zeige, der Baldungkreisel funktioniert. Und anders als von vielen vorhergesagt, könnten „die Gmünder damit problemlos umgehen“. Wenn ein Pfitzerkreisel gebaut wird, wünscht Piazza Verbesserungen im Bereich Pfitzerstraße / Graf-von-Soden-Straße. Dort könnte der neue Verkehrsrechner die Situation optimieren. Wichtig sei eine gute Lösung für die Fußgänger, westlich des Kreisels könnte ein Übergang über die Remsstraße geschaffen werden. Das alles sollte bis zur Eröffnung des Modemarkts Röther Ende des Jahres realisiert sein. Konrad Sorg (SPD) erinnerte an den Werdegang der Planungen. Die Verkehrsplaner hätten die Situation grundlegend falsch eingeschätzt. „Man fragt sich schon, weshalb so hochkarätige Gutachter nötig sind, wenn sie ihr Geld nicht wert sind“, so Sorg. „Wir sind für den Kreisverkehr“, so der SPD-Sprecher weiter, der ebenfalls Verbesserungen an der Abzweigung Graf-von-Soden-Straße anmahnte. Ein Kreisverkehr sei besser für den Verkehrsfluss, meinte auch Susanne Lutz (Grüne). Nach dem Bau und den Erfahrungen mit dem Baldungkreisverkehr sei ein Pfitzerkreisel nur logisch. Es gehe jetzt darum, mehr über die Kosten zu erfahren, zu wissen, was das Regierungspräsidium davon übernimmt. Stadtrat Ullrich Dombrowski (FW/FDP) zeigte sich „froh darüber, dass wir damals den Baldungkreisverkehr beschlossen haben, sonst hätten wir niemals erfahren, was wir heute darüber wissen“. Die Bedenken der Verkehrsplaner seien graue Theorie. Auch er wünschte sich den Pfitzerkreisel. Karin Rauscher (FW Frauen), ebenfalls Kreisel-Befürworterin, wünschte sich eine großzügige Lösung bei der Querung für Fußgänger. Da sollte nicht nur ein gewöhnlicher drei Meter breiter Überweg kommen. Es müsse eine deutlich erkennbare Anbindung an die Innenstadt werden. Und Sebastian Fritz (Linke) erinnerte an den früheren Beschluss zum Bau einer Pfitzerkreuzung. Seine Fraktion habe damals schon für einen Kreisel plädiert, ohne dafür eine Mehrheit zu finden. Bürgermeister Dr. Joachim Bläse nahm die eindeutigen Stellungnahmen zum Anlass, die Vorbereitungen für eine Umplanung zu beschleunigen. Schon an diesem Donnerstag werde die Verwaltung damit beginnen und nicht erst, wie ursprünglich geplant, nach der Gemeinderatssitzung am nächsten Mittwoch.

© Gmünder Tagespost 21.01.2015 20:54:48