Agenda-Leute setzen auf Omnibusse

17. Januar 2017  Gemeinderat, Presse, Redaktion

IMG_0821Diskutieren die Gmünder über Verkehr, dürfen sie nicht nur übers Parken diskutieren. Diese Meinung vertritt der Agenda-Arbeitskreis Mobilität und Verkehr. Dessen Sprecher Thomas Kaiser, Erich Wenzel und Bettina Winter-Schulligen forderten am Dienstag, die Diskussion über den Verkehr in Gmünd breiter aufzustellen. Sie wollen den Öffentlichen Personennahverkehr stärker in den Blick rücken, für Busse werben. Ihre These: Nutzen mehr Menschen in und um Gmünd die Busse, werden Lärm, Parkplatzsuche und insgesamt Verkehr in Gmünd weniger. Auf der Königsturmstraße fahren täglich noch immer 25 000 bis 30 000 Autos, sagt Kaiser. Zu 90 bis 95 Prozent sei dies lokaler Verkehr. Den kriege man durch Busse in Griff, ist Kaiser überzeugt. Deshalb müssten die Verantwortlichen die Bürger für den ÖPNV sensibilisieren, Bewusstsein schaffen. Dies nicht nur in Gmünd, sondern auch im Umland bis, beispielsweise, Wißgoldingen. Denn „wir müssen die Leute zuhause abholen“. Wichtig ist den Agenda-Vertretern, dass Gmünd für den Verkehr ein Gesamtkonzept erarbeitet und dabei – neben dem Auto – Busse und Fahrräder einbezieht. Denn das Auto, sagt Kaiser, ist „das Problem und nicht Teil der Lösung“. „Je mehr Menschen Busse nutzen, um so mehr Busse werden angeboten“, ist Wenzel überzeugt, dass die Nachfrage ein breiteres Angebot schaffen wird. Dabei haben die Agenda-Leute den nächsten Nahverkehrsplan des Ostalbkreises im Blick. Dieser dürfe nicht weniger Verbindungen anbieten, sondern – im Gegenteil – mehr. Und möglichst im Stundentakt.

Kaiser erinnert auch an den GD-Chip. Dieser werde oft „als Parkchip verballhornt“. Dabei könne dieser nicht nur fürs Parken verwenden werden, sondern auch in Bussen. Tendenzen, den GD-Chip zu beleben, begrüßen die Agenda-Mitglieder deshalb. Zudem könne ein Geschäftsinhaber einem Kunden, wenn der für einen höheren Betrag einkauft, auch zwei oder drei GD-Chips geben. Dies stärke Kundenbindung, schaffe Kundenbindung.

Eine weitere Möglichkeit, Busse einzusetzen, nennt Winter-Schulligen. Sie schlägt vor, einen Bus von Rechberg nach Straßdorf nach Gmünd in die Rektor-Klaus-Straße zum Bahnhof einzusetzen, mit Halt am Parler- und am Hans-Baldung-Gymnasium. Für Winter-Schulligen ist dies ein Beispiel, wie Schüler den ÖPNV besser nutzen könnten. Und Eltern nicht ihre Kinder in die Schule fahren müssten. Im Kern, sagt Wenzel, geht es darum, „eingefahrene Schienen zu hinterfragen“, um die Verkehrssituation in Gmünd zu verbessern.

Ein Parkraumkonzept aber ist letztlich doch auch den Agenda-Leuten ein Anliegen. Ein solches legen sie dem Gemeinderat vor. Dabei geht es ihnen nicht nur um Parkgebühren. Sondern darum, zu zeigen, wo gerade Parkplätze frei sind, Suchverkehr zu verhindern und Anwohner- und Besucherparken zu trennen.

Agenda erarbeitet bis Frühjahr Fahrradkonzeption
Eine Fahrradkonzeption erarbeitet der Agenda-Arbeitskreis Mobilität und Verkehr bis zum Frühjahr. Mit dieser wollen die Agenda-Leute das Fahrrad als tägliches Verkehrsmittel, also auch für den Berufsverkehr, stärken. Die Konzeption hat dasselbe Ziel wie die Forderung der Agenda-Vertreter, den Öffentlichen Personennahverkehr zu stärken: Verkehrsprobleme und Staus in Schwäbisch Gmünd aufzulösen.

Mehr Fahrradtrassen nennt Agenda-Sprecher Thomas Kaiser als einen Baustein der Konzeption. Mit den Trassen sollen Bereiche für Radfahrer ausgewiesen werden. Kaiser nennt diese bewusst nicht Fahrradwege. Denn für richtige Wege gebe es oft nicht genügend Platz. Deshalb geht es um Lösungen wie Fahrradschutzstreifen, die von langsamen Radfahrern und Fußgängern benutzt werden. Schnelle Radfahrer hingegen benutzen die Straße.

Der Agenda-Arbeitskreis trifft sich am Dienstag, 7. Februar, um 19 Uhr im Rathaus. Interessierte sind willkommen.

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© Gmünder Tagespost 17.01.2017 18:23