Achtung, Steuergelder!

15. Oktober 2011  Redaktion

Hauptschulen haben es schwer. Seit vielen Jahren und jetzt ganz besonders. Der Verzicht auf die verbindliche Grundschulempfehlung gibt ihnen den Rest. Es ist nur eine logische Konsequenz, die Zahl der Hauptschulen zu reduzieren, ein Schultyp, den es bald in Schwäbisch Gmünd gar nicht mehr geben wird. Werkrealschulen und auf dem Rehnenhof die Gemeinschaftsschule übernehmen den Bildungsauftrag.

Der Schulentwicklungsplan, den der Gemeinderat am 26. Oktober verabschieden will, basiert auf einer detaillierten Bestandserhebung. Ein Papier mit garantierter Laufzeit ist er aber nicht. Noch stehen die Diskussionen um die Schließung der Hauptschulen in Bargau und in der Weststadt im Vordergrund.

Das wirkliche Problem steckt tiefer, in den Schülerzahlen der Grundschulen, die ebenfalls fein säuberlich aufgelistet sind. Es sind 435 weniger seit 2005, mindestens 16 Klassen, Tendenz anhaltend. Weiterführende Schulen werden diese Veränderung rasch zu spüren bekommen. Da helfen auch gut gemeinte Ratschläge, Schulen sollten ihr jeweiliges Profil schärfen, nicht weiter. Die Folge sind leer stehende Klassenräume, leer stehende Gebäudeteile. Schwer zu verstehen, dass parallel dazu noch neuer Schulraum gebaut wird. In Mutlangen oder Abtsgmünd entstehen private Gymnasien mit Millionen Steuergeldern. Auch wenn man den Gemeinden das zusätzliche Angebot gönnt, verschärft es nur die Situation der bisherigen Schulen in und um Schwäbisch Gmünd. Dort wurden Kapzitäten über Jahrzehnte dem Bedarf, auch dem aus dem ländlichen Umfeld, angepasst.

Mit einem Schulentwicklungsplan, der über Gmünd hinausgeht, wäre das vermeidbar gewesen. Für die aktuelle Entwicklung ist es zu spät, die Rechnung liegt auf dem Tisch. Kuno Staudenmaier

© Gmünder Tagespost 15.10.2011