50 000 Euro für Friedensschule?

Sebastian FritzEinmal mehr Gemeinschaftsschule: An der Friedensschule als Gemeinschaftsschule und der finanziellen Ausstattung für diese entzündete sich am Mittwoch im Gemeinderat ein Streit. SPD-Fraktion und Linke-Stadträte hatten pauschal 50 000 Euro für die Friedensschule als Gemeinschaftsschule gefordert. Stadtverwaltung und CDU-Fraktion lehnten dies ab. Der Antrag ist deshalb jedoch nicht vom Tisch.

Schwäbisch Gmünd. Sowohl die SPD-Fraktion als auch die Stadträte der Linken beantragten 50 000 Euro für die Ausstattung der Friedensschule, um das Konzept der Gemeinschaftsschule und Inklusion umzusetzen. Bürgermeister Dr. Joachim Bläse verwies darauf, dass die Friedensschule bereits 41 000 Euro für das erforderliche veränderte Lernumfeld erhalten habe. Zudem werde für den Ganztagesbetrieb im Lauf des Jahres die Küche in der Friedensschulturnhalle für 70 000 Euro saniert. Der Schule soll aus Sicht der Verwaltung ein Betrag von 25 000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Bislang jedoch, sagte Bläse, läge der Stadt als Schulträger noch kein Antrag zur weiteren Ausstattung der Klassenräume vor. Eine Auflistung der nötigen Maßnahmen forderte Bläse jedoch von der Schulleitung angesichts weiterer erforderlicher Maßnahmen in insgesamt 21 Schulen in Gmünd.

Sie habe keinen Antrag gestellt, weil sie seit mehr als zwei Jahren bei der Stadt immer wieder frage und dann höre, dass kein Geld da sei, sagte Schulleiterin Daniela Maschka-Dengler zu Bläses Anmerkungen. Als Beispiel nannte sie Computer, die vor den Sommerferien kaputt gegangen seien. Diese seien dann aus schuleigenen Mitteln ersetzt worden. Dies, sagte Maschka-Dengler, gehöre zur Redlichkeit dazu.

Sie habe die Stellungnahme der Verwaltung zum SPD-Antrag verwundert, sagte SPD-Sprecherin Sigrid Heusel. 2011 habe die Stadt die Friedensschule als Gemeinschaftsschule auf den Weg gebracht. Andere Lernumfelder zu schaffen, gehe nicht zum Nulltarif. Heusel verwies auf Waldstetten, wo 120 000 Euro in ein Lernatelier investiert werden. Die Gemeinschaftsschule gebe vielen Kindern eine Chance, sagte Heusel. Wenn die Stadt dies wolle, müsse sie dafür sorgen, dass die Schule entsprechend ausgestattet sei.

Es sollen also 50 000 Euro bewilligt werden, ohne konkret zu wissen, „was wir dafür anschaffen“, erwiderte Bläse. Dieser Antrag müsse abgelehnt werden, fand der Bürgermeister Unterstützung in Celestino Piazza (CDU). Es gebe keine besseren und schlechteren Kinder, sagte Piazza. Und es könne nicht sein, „dass sich durchsetzt, wer die größere Lobby hat“. Einfach 50 000 Euro in den Raum zu werfen, sei nicht richtig.

Es sei unpassend, von einer Lobby zu reden, sagte dazu Susanne Lutz (B 90 / Grüne). Hier gehe es um Inklusion und neue Lernformen. Die Gemeinschaftsschule sei die neue Art der Schule, sagte Heidi Preibisch (FW / FDP). Solche neue Dinge müssten von Anfang an erfolgreich sein. Sie habe sich gewundert, dass sich die Verwaltung auf einmal für die Mozartschule als zweite Gemeinschaftsschule ausgesprochen habe, nachdem sie zunächst für die Rauchbeinschule gewesen sei, holte Preibisch nochmal aus. „Und dann auch noch von Restschulen zu reden, damit habe ich ein Problem“, sagte sie an Bürgermeister Bläse gewandt. Sebastian Fritz (Die Linke) schlug schließlich wie Sigrid Heusel vor, dass die Friedensschule bis zur Ratssitzung kommenden Mittwoch mit der Stadtverwaltung die erforderlichen Maßnahmen definiert. Dann wird der Gemeinderat über den Antrag entschieden.

Ein weiteres Schulthema sorgte für Diskussionen: die Toilette der Straßdorfer Grundschule. Karin Rauscher (FWF) hatte beantragt, dort einen Zugang zur Toilette innerhalb des Schulgebäudes zu schaffen. Dafür solle in Straßdorf auf den Einbau von Duschen in der Gemeindehalle – ein Votum des Straßdorfer Ortschaftsrates – verzichtet werden. Rauschers Antrag fand keine Mehrheit.

© Gmünder Tagespost 12.03.2014