150 Mietwohnungen geplant

Ein Quartier, das alle Generationen anspricht und bezahlbaren Wohnraum anbietet: So stuft die Stadtverwaltung das Wohngebiet ein, das auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Fehrle in der Weststadt entstehen soll. Am Mittwoch beriet der Bauausschuss des Gemeinderats über den Bebauungsplan dafür.

Auf dem Gelände zwischen Schwerzerallee, Siechenbergweg und Goethestraße möchte die Landes-Bau-Genossenschaft Württemberg LBG), die bereits rund 5500 Wohnungen im Land besitzt (davon 12 in Gmünd), ein „genossenschaftliches Wohnquartier“ mit rund 150 Wohneinheiten erstellen, von der Geschosswohnung bis zur Doppelhaushälfte. Der kaufmännische Vorstand der Genossenschaft, Josef Vogel, und Prokuristin Antje Durach stellten das Projekt vor. Sprecher der meisten Fraktionen fand die Pläne gut.

Alle Wohnungen sollen vermietet werden. In den Mehrfamilienhäusern sind auch ungefähr 25 bis 30 Sozialwohnungen vorgesehen. In Kooperation mit der Stiftung Haus Lindenhof soll darüber hinaus eine betreute Wohnanlage entstehen. Zusätzlich wolle die Stiftung dort einen mobilen Dienst platzieren. Außerdem vorgesehen: eine Kindertagesstätte mit drei bis vier Gruppen unter städtischer Leitung sowie ein Quartierstreffpunkt mit Café.

Geplant sind die Begrünung von Dach und Fassaden sowie Dachgärten, die Energie soll aus Blockheizkraftwerk und Fotovoltaik kommen. Zwischen den Gebäuden sollen keine Autos rollen oder parken, für die sind zwei Tiefgaragen vorgesehen. Besucherparkplätze soll es nur für die Kita an der Schwerzerallee geben. Ansonsten sollen Hinterhöfe und Plätze zwischen den Gebäuden als Ruhezonen und Treffpunkte entstehen. Die Abstände zu den umliegenden Häusern lägen deutlich über der gesetzlichen Vorgabe. Am Westrand ist außerdem eine Fußwegverbindung zwischen Goethestraße und Schwerzerallee geplant.

Für die Mobilität der Bewohner sollen Car-Sharing-Angebote und eine Fahrrad-Verleihstation sorgen. Und dann gibt es noch die Idee eines Erholungsbereichs am renaturierten Flussufer mit Remsterrassen neben dem Café und dem dortigen Spielplatz. Josef Vogel schätzt, dass die Quadratmetermieten unter zehn Euro liegen werden.

Bürgermeister Dr. Joachim Bläse sah in dem Vorhaben einen wichtigen Impuls für die Innenentwicklung der Stadt. Baubürgermeister Julius Mihm erinnerte daran, dass der Gemeinderat den Eigentümern des Grundstücks, der Famlie Hokema, viele der nun in der Planung aufgenommenen Punkte vorgegeben hatte.

Stadtrat Albert Stadelmaier (CDU) störte sich allerdings an der Höhe der Gebäude: „ein Stockwerk zu viel“. Joachim Bläse erinnerte daran, dass der Gemeinderat vor kurzem bei der nahegelegenen Brücke eine weitaus höhere Neubebauung genehmigt habe.

SPD-Stadtrat Konrad Sorg merkte an, dass die Planung doch deutlich heraussteche aus der bestehenden Bebauung. Dennoch sei das Konzept städtebaulich stimmig, über die Architektur werde die Fraktion noch diskutieren. „Begeistert“ zeigte sich Karl Miller (Grüne). Wenn der Gemeinderat eine niedrigere Bebauung wolle, würde mehr Fläche verbaut. Um eine geringere Miete zu erreichen, schlug er sogar vor, weniger Tiefgaragen- und dafür einige oberirdische Stellplätze zu bauen.

Als „perfekt und maßvoll“ lobte Dr. Constance Schwarzkopf-Streit FWF) die Planung. Sebastian Fritz (Linke) würdigte insbesondere, dass Sozialwohnungen entstehen sollen..

Die Anwohner sollen bei einer Veranstaltung am Dienstag, 25. Juni, ab 19 Uhr im Weststadt-Treff über die Planungen informiert werden.

© Gmünder Tagespost 05.06.2019 21:23