14 083 Gmünder wählen Richard Arnold zum Oberbürgermeister

Bildschirmfoto 2016-04-27 um 22.09.56Schwäbisch Gmünd

Mit 85,41 Prozent der Stimmen haben Gmünder Richard Arnold erneut zu ihrem Oberbürgermeister gewählt. Herausforderer Rudolf Michael Scheffold erhielt 1981 Stimmen, das entspricht 12,01 Prozent. 314 Stimmen sind ungültig. 424 Wähler trugen andere Namen auf ihrem Stimmzettel ein: 202 von ihnen den des Ersten Bürgermeisters, Dr. Joachim Bläse.

Als Vorsitzender des Wahlausschusses verkündete Bläse um 18.43 Uhr vor gut 100 wartenden Besuchern im großen Sitzungssaal des Rathauses, dass das vorläufige Endergebnis feststeht. Vorläufig deshalb, weil der Wahlausschuss es an diesem Montag noch prüfen muss. Vom Rathausbalkon aus gab Bläse vor knapp 300 Besuchern auf dem Marktplatz bekannt: Es gab drei wichtige Wahlen an diesem Sonntag: In Gmünd, in Kiel und in Paris.“ In Gmünd gebe es ein eindeutiges Ergebnis.

Bläse beglückwünschte Richard Arnold im Kreise seiner Familie zur Wiederwahl und überreichte ihm einen Blumenstrauß. Diesen gab Richard Arnold mit Dankesworten an seine Mutter weiter.

Arnold dankte Rudolf M. Scheffold für einen „fairen Wahlkampf“. Zudem allen Bürgern, die wählen gegangen sind: „Egal, was Sie gewählt haben, Sie sorgen für eine lebendige Demokratie.“ Er selbst sei froh, dass die Wahlbeteiligung nun doch bei 36 Prozent lag. „Das ist keine Selbstverständlichkeit.“ Dennoch, sagte Arnold: „Die Mehrheit der Bürger hat nicht gewählt. Das bedrückt mich – nicht wegen Richard Arnold, sondern wegen der Demokratie als bester aller Staatsformen.“

Schwäbisch Gmünd sei eine „mutige und offene Stadt“, für die nun große Projekte anstünden. Die Remstalgartenschau sei „ein Schaufenster fürs Remstal“, sie könne Aufbruchstimmung erzeugen. „Diese Chance werden wir nutzen“, versprach er. Zudem gelte es, in Gmünd bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Und „natürlich werden wir den Gmünder Weg fortsetzen“, sagte der alte und neue Oberbürgermeister und kündigte an: „Ab morgen wird wieder gearbeitet.“ Um dafür fit zu sein, werde er jetzt auch nicht groß feiern.

Landrat Klaus Pavel sagte Schwäbisch Gmünd „acht tolle Jahre“ voraus, nachdem er Arnold zur Wiederwahl gratuliert hatte. Seinem Herausforderer Rudolf M. Scheffold sprach Pavel seine „Anerkennung“ aus für die „Courage“, gegen Richard Arnold anzutreten.

Scheffold sagte zum Wahlergebnis: „Ich hätte mir mehr vorstellen können.“ Wobei ihm einige Freunde nach seiner Bewerbung gesagt hätten: „Wenn du nur eine Stimme bekommst, bist du der Sieger – und jetzt habe ich fast 2000.“

 

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Lohn für viel Engagement

Rudolf M. Scheffold hat nicht knapp 2000 Stimmen erhalten, weil er knapp 2000 Gmünder von seiner Politik überzeugt hat. Wenn es eine solche überhaupt gibt, blieb diese im Nebel. Scheffold hat 2000 Stimmen von Bürgern bekommen, die mit Richard Arnolds Politik nicht einverstanden sind. Nichtsdestotrotz: Scheffold hat getan, was bei dieser OB-Wahl Aufgabe der SPD, der Grünen und der Linken gewesen wäre: Arnold herausfordern. Sie haben jedoch keinen Kandidaten gefunden. Weil sie wussten, dass eine Kandidatur ein fast aussichtsloses Unterfangen ist. Denn ein Wahlkampf kostet Zeit und Geld. Richard Arnold hat diese Wahl verdient gewonnen. Er hat in den vergangenen acht Jahren unglaublich viel für diese Stadt geleistet. Manchmal schießt er dabei übers Ziel hinaus. Ein Beispiel: Wenn er Gmünd mit Frankreich vergleicht. Und sich mit dessen Präsidenten. Diese Unvernunft aber macht ihn immer wieder auch sympathisch. Und besser als ein Zögern oder Zaudern ist sie allemal. Der Blick bei dieser Wahl lag am Ende auf der Wahlbeteiligung. Mit 36,05 Prozent ist sie ok. Aber nur ok. Denn selbst wenn nur Arnold kandidiert hätte: Die Gmünder hätten seine Arbeit bewerten können. Dass beinahe zwei Drittel der Bürger Gmünds, die das Wahlrecht in einer Demokratie genießen, dieses Privileg nicht nutzen, dies ist der schmerzhafte Wermutstropfen an diesem Abend.

Stimmen zur Wahl

Thorsten Englert, Geschäftsführer der Remstalgartenschau:
„Als Gmünder freue ich mich, dass Richard Arnold weitere acht Jahre unser OB ist. Wir brauchen Motivatoren wie ihn für die Gartenschau. Gemeinsam wollen wir viel bewegen.“

Matthias Klopfer, Oberbürgermeister von Schorndorf:
„Ich freue mich auf die Zusammenarbeit in den kommenden acht Jahren. Gerade im Hinblick auf die Remstalgartenschau.“

Rudolf Böhmler, Staatssekretär a.D.:
„Ich war mir sicher, dass Richard Arnold eine glänzende erste Wahlperioden hinlegt. ich erwarte acht weitere gute Jahre.“

 

Klaus Pavel, Landrat:
„Das ist ein starkes Signal für den Ostalbkreis. Schwäbisch Gmünd wird weiterhin eine große Rolle spielen.“mil, jul

„Großartige Bestätigung“

Alfred Baumhauer, CDU-Fraktion:

„Das Ergebnis ist eine großartige Bestätigung für die hervorragende Arbeit, die Richard Arnold in acht Jahren geleistet hat. Unsere Stadt ist vielfältig und unsere Bürgerschaft pflegt eine gesunde Diskussionskultur. Da gibt es immer unterschiedliche Meinungen. Dabei eine so breite Zustimmung zu bekommen wie Arnold, ist beeindruckend und zeigt, wie sehr sich seine Arbeit am Herz der Bürger orientiert. Die CDU-Fraktion hat seine Politik von Anfang an unterstützt und sich als einzige Fraktion bei seiner erneuten Kandidatur klar für ihn ausgesprochen.“

Sigrid Heusel, SPD-Fraktion:

„85,4 Prozent sind für Richard Arnold ein persönlicher Erfolg. Doch Licht und Schatten liegen nah beieinander. Nur ein Drittel der Wahlberechtigten hat die Stimme abgegeben. Dies ist eine Aufforderung an Arnold, die Interessen aller Bürger zu vertreten und die Diskussion mit allen, auch den Unzufriedenen, aufzunehmen. Ich möchte Rudolf M. Scheffold für seine Bereitschaft danken, zu kandidieren. Er hat damit ein starkes Signal für Demokratie gesetzt.“

Gabriel Baum, Grünen-Fraktion:

„Wir haben Respekt vor dem Wahlkampf von Rudolf M. Scheffold. Er hat zwölf Prozent von sich überzeugt. Wir wünschen uns, dass Arnold die mitnehmen kann, die ihn nicht gewählt haben oder nicht zur Wahl gegangen sind.“

Ullrich Dombrowski, Fraktion BL:

„Kontinuität ist wichtig für Gmünd, deshalb ist es gut, dass Richard Arnold OB bleibt. Wir gehen auch von einer Wiederwahl von Dr. Joachim Bläse aus.“

Karin Rauscher, Fraktion FWF:

„Wir gratulieren Richard Arnold und wünschen uns, dass er seine zahlreichen Projekte gut umsetzen kann. Wir wünschen uns, dass er offen bleibt für Kritik, weiter zum Dialog bereit ist und die Stadtteile wie die Innenstadt im Blick hat.“

Sebastian Fritz, Fraktion Die Linke:

„Wir wünschen uns weiterhin eine offene, parteiunabhängige Amtsführung und setzen darauf, dass Arnold die drängenden Probleme dieser Stadt anpackt. Dass er die Diskussion beim Hallenbad nicht in Richtung private Investoren führt, dass die VGW mehr bezahlbaren Wohnraum schafft und dass sich nicht wiederholt, was sich bei der Personalie der VGW-Geschäftsführung ereignet hat.“

Stephanie Eßwein, Bürgermeisterin von Mutlangen:

„Ich freue mich, einen beständigen Kollegen in der Nachbarschaft zu haben, mit dem man etwas bewirken kann. Für Richard Arnold freut es mich, dass die Wahlbeteiligung mit 36 Prozent nun doch ansehnlich war.“

Jürgen Stempfle, Bürgermeister von Böbingen:

„Richard Arnold hat Gmünd aus dem Dornröschenschlaf geweckt und viel bewegt. Er ist ein Mensch mit einem ganz großen Herz. Gerade auch, wie er mit Flüchtlingen umgeht – da ist er ein Vorbild für uns alle.“

Michael Rembold, Bürgermeister von Waldstetten:

„Meine Hochachtung, das ist ein respektables Ergebnis. Ich wünsche meinem Nachbar-OB acht gute Jahre.“

© Gmünder Tagespost 07.05.2017 21:07