„Situation ist dramatischer“

08. Dezember 2012  Gemeinderat, Presse, Redaktion, Sebastian Fritz

Untersuchung zu „Lebenswelt und Bedarf Alleinerziehender in Schwäbisch Gmünd“

Inzwischen seien 20 Prozent aller Familien alleinerziehend, ergab die Untersuchung „Lebenswelt und Bedarf Alleinerziehender in Schwäbisch Gmünd“. Davon seien 40 Prozent arm. Ermittelt wurde mit Fragebögen – 330 wurden zugestellt, 80 kamen zurück.

HARALD PRÖHL

Schwäbisch Gmünd. Sehr umfassend war der Bericht von Projektleiterin Martien de Broekert zu „Lebenswelt und Bedarf von Alleinerziehenden in Schwäbisch Gmünd“. Mit einem detaillierten Fragebogen waren alleinerziehende Eltern zu existenziellen Problemen befragt worden. In drei Bachelorarbeiten werteten Studentinnen die Ergebnisse aus, die die Zusammenfassung für den Sozialausschuss ermöglichten.

Sowohl quantitativ wie auch qualitativ lief die Befragung von 73 Frauen und sieben Männern. Die Mehrheit der Befragten war zwischen 30 und 50 Jahre alt, die Kinder älter als zehn Jahre.

Als Probleme erwiesen sich fehlende Schulausbildung und die Schwierigkeit, als Alleinerziehender einen Beruf zu lernen; das Finden einer passenden Wohnung – und ganz allgemein zu hohe Kosten für Nahverkehr sowie Kultur- und Sportangebote.

Das im Ausschuss angesprochene Problem des immer häufigeren Zustandekommens dieser Familienformation sah Bürgermeister Dr. Joachim Bläse als nachrangig an. „Es ist egal, wie die Situation entstanden ist“, sagte er, „ wir müssen das Thema noch näher beleuchten.“ Als unzureichend empfand die vorliegenden Informationen Sebastian Fritz (Die Linke): „Nur 80 ausgefüllte Fragebogen reichen nicht, in Gmünd allein gibt es tausend Alleinerziehende.“ Die Situation sei weit dramatischer als dargestellt.

© Gmünder Tagespost 06.12.2012