„Die Kommunen werden da allein gelassen“

14. März 2013  Gemeinderat, Presse, Redaktion

Alle neuen Gmünder Baugebiete werden mit Breitbandanschlüssen versehen. Zudem kümmert sich der Ostalbkreis zurzeit um eine flächendeckende Versorgung aller Haushalte in Städten und Gemeinden mit Lichtwellenleitern. So beantwortete OB Richard Arnold die Forderung der Fraktion FW / FDP, Gmünds Stadtteile zügig mit schnellem Internet zu versorgen.

MICHAEL LÄNGE

Schwäbisch Gmünd. Die Kreisverwaltung bereitet diese Ausstattung mit Lichtwellenleitern zurzeit vor. Die Planung dafür werde im Frühjahr 2013 ausgeschrieben, Ergebnisse seien frühestens 2014 zu erwarten. Lichtwellenleiter werden vor allem in der Nachrichtentechnik zur Übertragung verwendet und haben, weil sie höhere Reichweiten und auch Übertragungsraten erreichen, die elektrische Übertragung auf Kupferkabeln in vielen Bereichen bereits ersetzt. Weitere Investitionen, so die Stadtverwaltung in ihrer Antwort an die Fraktion FW / FDP, seien erst sinnvoll, wenn diese Planung vorliege.

Sämtliche Stadtteile mit dem schnellen Internet auszustatten, dies hatte die Fraktion Freie Wähler / FDP am Mittwoch im Haushaltsausschuss beantragt. Mit des Oberbürgermeisters Antwort jedoch war die Fraktion nicht glücklich. „Wir sind unzufrieden, dass dies auf Landkreisebene“ behandelt wird, sagte Fraktionssprecher Ullrich Dombrowski. Diese Unzufriedenheit war für OB Arnold „nachvollziehbar“, denn ein schnelles Internet sei heute eine Daseinsvorsorge wie früher die Trinkwasserversorgung. Der Mangel dabei sei, dass dies auf staatlicher Ebene so nicht begriffen werde. „Wir Kommunen werden da allein gelassen“, machte Arnold deutlich, dass bis vor einiger Zeit das Land nur die Verlegung von Leerrohren unterstützte. Inzwischen gibt es Richtlinien, die auch die Kabel in den Leerrohren anteilig fördern. Er verstehe, dass die Bürger ungehalten seien, sagte der OB und nannte dabei die Stadtteile Bargau, Weiler in den Bergen und Degenfeld. An diesen wird erkennbar, dass insbesondere Städte mit großer Fläche benachteiligt sind. Diese haben, so erläuterte Stadtsprecher Markus Herrmann auf GT-Anfrage, bei der Ausstattung ihrer oftmals weit entfernten Stadtteile eine „unangemessen hohe Belastung“.

Eine ungenügende Breitbandversorgung war unlängst in Herlikofen Thema. Dort rückte die Verwaltung dem Problem mit einem Pilotprojekt auf die Pelle. Dieses habe 650 000 Euro gekostet, sagte Ortsvorsteher und CDU-Stadtrat Celestino Piazza. Die Ursache all dieser Probleme sieht Piazza in der Privatisierung der Post. Das private Unternehmen investiere nur dort, wo es sich rechne. Dieser Meinung schlossen sich weitere Stadträte an. „Das Problem ist drängend“, sagte Elmar Hägele. Das Thema voran zu treiben, forderte auch Linke-Stadtrat Peter Müller.

„Das Thema bewegt alle“, sagte Bürgermeister Dr. Joachim Bläse. Die Stadtverwaltung komme im Frühjahr damit in den Gemeinderat.

© Gmünder Tagespost 14.03.2013